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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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davon crstrektc sich nicht weit. Wiedie Verdcrbmß der Sitten in demzwölften und einigen folgenden Jahr-hunderten zu einem fast unbegreifli-chen Grade herabgefallen, so warenauch die schönen Künste in ihrer An-wendung unter alles, was sich itztbegreifen laßt, niedergesunken. Mantrifft in Geinahlden geistlicher Bü-cher, in Bildschnitzcreycn, womitKirchen und Kanzeln ausgeziercr wa-ren, eine Schändlichkeit des Inhaltsan, die gegenwärtig anOertern, wodie wildeste Unzucht ihren Sitz hat,anstößig seyn müßte. Aber vcr-muthlich war dieser Mißbrauch un-schädlich, weil es diesen Mißgeburtender Kunst an allem ästhetischen Reizefehlte.

Doch brach mitten in dieser Bar-barei) die Morgcnrölhe eines bessernGeschmaks in einigen Zweigen derKünste hier und da aus. Dieses er-hellet aus dem, was über die Ge-schichte der Dichtkunst und der Bau-

von der Geschiklichkeit. die ein nordi-sche» Volk von Slavischem Stamm,die Wenden, die ehemals in Pommernwohnten. in den zeichnenden Künstenbesessen. In einem so eben herausge-kommenen Werke s) finde ich folgen-des . das aus einer alten Lebensbe-schreibung des Heil, ütto, Bischoffsvon Bamberg, genommen ist.Eswaren in Stettin vier Tempel. Abereiner von diesen war mit bewundrungs-würdiger Kunst und Zierlichkeit ge-baut. Er hatte inwendig sowol alsauswendig Schnitzmcrk, welches anden Wckndcn hervorragte, und Men-schen . Vögel und andere Thicre miteiner so genauen Nachahmung der Na-tur vorstcsttc, daß man fast glaubensollte. daß sie athmctcn und lebten."Der Gcschichtschrciber. der dieses cr-jilhlt, hatte die Sachen selbst gesehen,und war ein Mann, der den Kaiser-lichen Hof gesehen hatte, folglich keinvccwcrstichcr Zeuge. (S. 090 und -Ardes angezogenen Buches.)

-s) Thumnaiis Untei'siichmigen über die Ge-schichte einiger nordischen Völker. Ber-ti» >772. V.

Kün

kunst angemerkt worden *). Abererst mit dem sechszehnten Jahrhun-derte erschien der helle Tag wieder,und verbreitete sein Licht über denganzen Umfang der schönen Künste.Schon lange vorher hatte der Reich-thum, den sich verschiedene italiani-schc Freystaaten durch Handlung er-worben, sie auf einige Zweige der an-genehmen Künste aufmerksam ge-macht. Stükc von griechischen Wer-ken der Baukunst und Bildschnitzcreywurden aus Griechenland nach Ita-lien, besonders nach Pisa, Florenzund Genua gebracht; und man fiengan die Schönheit daran zu fühlen,auch hier und da nachzuahmen. Abereine weit wichtigere Würknng thateudie Werke der griechischen Dichtkunstund Beredsamkeit, die bald hernachdurch die ans dem Oriente nach Ita-lien geflüchteten Grieche» allmahligbekannt wurden. Da sah man dieFrüchte des Geschmaks dieserZwcigeder Kunst wieder in ihrer Reifeft unddadurch wurde man angetrieben auchdas, was in andern Gattungen nochhier und. da übrig geblieben war, ausden Ruinen wieder hervor zn sucheil.Der Gcschmak der Künstler wurdewieder geschärft; der Venfall undRuhm, den einige durch Nachah-mung alter Werke erhielten, zündeteauch in andern das Feuer der Nach-eifcrung an; und so erhoben sich dieKünste wieder ans dem Staub ein-por, und breiteten sich aus Italienallmahlig in dem ganzen Occident,und auch bis nach Norden aus. Manmerkte durchgchcnds, daß die Werkeder alten Kunst die Muster wären,an die man sich zu halten hatte, umallen schönen Künsten ihre beste Ge-stalt wieder zn geben. Da zugleicheine gesundere Politik mehr Ruhe indie Staaten eingeführet, denen sie

eine

OS. Baukunst l Tb. S. z-4 ff. Dicht-^mst I Tb. S. 6z;. GeschnitteneSteine: Vilddaucrkunll.