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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
82
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Kün

gebers Moses gelebt hat, in großemFlor *).

Wie weit diese Völker vor denGriechen die schönen Künste getrie-ben haben, laßt sich nicht bestimmtsagen. Die Acgyptcr und die Perserhaben Gebäude und Garten gehabt,die wenigstens an äußerlicher Prachtund Größe alles übertreffen, wasdie Griechen hernach gemacht ha-ben. Und das jüdische Volk hatfürtreffliche Proben der Beredsam-keit und Dichtkunst aufzuweisen, dieälter als die griechischen Werke dieserArt sind.

Das eigentliche Griechenland schei-net die schönen Künste erst durch sei-ne in Jonien und in Italien verbrei-tete Colonien bekommen zu haben.Jonien hatte sie ohne Zweifel von denbenachbarten Ehaldaern, Großgrie-chcnlano aber von den benachbartenHetruriern bekommen **). Die Ue-bcrbleibsel der ältesten griechischenBaukunst in dem alten Poolkum schei-nen einen ägyptischen Geschmak an-zuzeigen. Und man findet in denSchriften der Alten Spuren genug,daß die Dichtkunst einer Scits vonAbend her, andrer Scits aber ausdem Orient und selbst von Nordenher nach dem eigentlichen Griechen-land hinüber gekommen sey.

Ob aber gleich die Künste als aus-ländische Früchte auf den griechischenBoden oerpflanzet worden : so habensie unter diesem glüklichen Himmels-striche und durch die Wartung desbewundrnngswürdigen Genies derGriechen eine Schönheit und einenGeschmak bekommen, den sie in kei-nem andern Lande, weder vorher,noch nachher gehabt haben. AlleZweige der schönen Kunst hat Grie-chenland im höchsten Flor und in dergrößten Schönheit gesehen, auch

») S. Winkelm. Gesch. der Künste desAlicrchums, l Theil I Cap.

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Jahrhunderte lang darin erhalten;und es könnten tausend Bcyfpiclezum Beweis angeführt werden, daßsie eine Zeitlang zu ihrem wahrenZwek angewendet worden. Darumkann dieses Land immer als das vor-zügliche Vaterland .derselben angese-hen werden.

Nachdem dieses an allen Gaben desGeistes und des Herzens außerordent-liche Volk seine Freyheit verlorenhatte, und den Römern dienstbarworden war, haben auch die Künsteihren Glanz verloren. Das Genieder Römer, welche nach dem Ver-falle der griechischen Staaten einigeJahrhundert lang das herrschendeVolk in der Welt gewesen, war zuroh, um die Künste in ihrem Glänzezu erhalten; obgleich die griechischenKünstler und Kunstwerke mitten un-ter dasselbe verpflanzt worden waren.Dieses Volk hat nie, wie die Grie-chen, die völlige Besonnenheit dermenschlichen Vernunft besessen, weildie Begierde zu herrschen allezeit dasUcbcrgcwicht in seinem Charakter be-hauptet hat. Also war die Culrurder schönen Künste dem Plane, nachwelchem die Römer handelten, ganzfremd, und wurde dem Zufalle über-lassen. Die Musen sind nie nachRom gerufen, sondern als dahin ge-flüchtete Fremdlinge blos geduldetworden.

Zwar scheinet Augnstus sie in sei-nen Plan aufgenommen zu haben.Aber die Zeiten waren, wegen der in-ner» Gähruug, die von der gehemm-ten Liebe zur Freyheit in den Gemü-thcrn würkte, noch zu unruhig, umden Künsten die griechische Schönheitwieder zu geben. Alles, was denMenschen an Gemüthskräftcn übrigwar, wurde auf ganz andre Gegen-stände gerichtet, als die Bearbeitungdes Genies. Die herrschende Par-they hatte genug zu thun, um ihreGewalt durch die nächsten äußernZwangsmittel zu behaupten; die,

welche