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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
81
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tcrn gewesen, seitdem die Menschenzu einer vcrnunstmaßigen Besonnen-heit gekommen sind. Man hat nichtnöthig, um die schonen Künste in ih-rem ersten Ursprünge und in ihrer ro-hcsien Gestalt zu sehen, durch die Ge-schichte der Menschen, bis in das fin-stere Alterthum herauf zu steigen: siesind Key den ältesten Aegyptcrn undGriechen das gewesen, was sie nochist bey den Hnrcmen sind Der all-gemeine Hang der Menschen, die Ge-genstände sinnlicher Eindrüke, die siein ihrer Gewalt haben, zu verfeinernund angenehmer zu machen, ist jedemBeobachter des menschlichen Geniesbekannt. Wie dieser durch natürlicheund zufällige Veranlassungen die er-sten rohen Versuche in jedem Zweigeder Kunst hervorgebracht habe, laßtsich leicht begreifen, und ist in einigenArtikeln dieses Werks, besonders indenen über die einzclen Künste*), et-was naher encwikelr worden.

Man findet nicht blos die Haupt-zweige der schonen Künste, wenig-stens im ersten Keime, sondern sogarcinzeie Sprößlinge derselben bey Völ-kern, die keine mittelbare oder un-mirtclvarc Gemeinschaft mit einan-der gehabt haben. Man weiß» daßdie Chineser ihre Comödie und ihreTragödie haben, und selbst die ehe-maligen Einwohner in Peru hattendiese doppelte Art des Schauspiels,da sie », der einen die Thaten ihrerA)ncan, in der andern die Sccncndes gemeinen Lebens vorstellten **..Die Griechen, die der National-stolz zu großen Prahlcrcyen verleitethat . schreiben sich die Erfindungaller Künste zu i aber einer der ver-ständigen Griechen warnet uns, ih-nen in Ansehung der ganz alten Nach-

*) S.Baukunst ITH. S. zi-tff. Dicht-kunst i Th. S> 6iy ff. Mahlcrcy, Musik,Tanzkunst, Vers, Gesang.

45) lies Vncss öe Larcil. 6, Ve-

I.ib. II. c»p. 27.

st) L-rzeci amia» tu» in immcnlum tol»lunr. N»crok>, L»rurn. I.. I. c. 24.

Armer Theil.

richten zu trauen *). Es ist leicht zuerachten, daß die Griechen, die sichnoch von Eicheln genährt haben, alsandre Volker schon in großem Florwaren, die Künste gewiß nicht zuerstgetrieben haben.

Ob wir aber gleich den ersten Keimder Künste unter allen Volkern anzu-treffen glauben, so ist doch der Wegvon den ersten Versuchen dar»,, dieder noch rohen Natur zuzuschreibensind, nur bis dahin, wo ihre Aus-übung anfängt methodisch zn werden,und wo die Künstler anfangen sieals eine erlernte Kunst zu treiben, soweit entfernt, daß man noch immerfragen könnte, welches Volk der Erdeihn zuerst gemacht hat

Aber wir haben von dem Ursprün-ge, von den Einrichtungen und denKünsten der ältesten Völker zuwenigNachrichten, als daß diese Fragekönnte beantwortet werden. Manhalt insgemein, doch ohne völligeZuvcrläßigkcit, die Chaloäer, bis-weilen auch die RegiMer für die er-sten, welche die verschiedenen Zweigeder zeichnenden Künste methodisch ge-trieben haben. So viel ist gewiß,daß sowol bey diesen Völkern als beyden Hcrruriern die schonen Künsteschon zu den Zeiten, in welche das,was wir von der wahren Geschichteder Menschen wissen, noch kein merk-liches Licht verbreitet, im Flor gewe-sen. Zu Abrahams Zeiten scheinendie zeichnenden Künste in Chaldaaschon aufgekeimt zu haben; und inAegypten war die Baukunst unterder Regierung des Sesostris. derum die Zeiten des jüdischen Gesetz-gebers

4) Strabo, der sehr vernünftig anmerkt,daß die tlltcsten Sammler der Nach-richten durch die griechische KavcUehrezu sehr viel Unwahrheiten verführtmorden.

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