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tion '). Fast alle Künste vereini-geil ihre Würkung in den Schauspie-len. Daraus allein könnte das für-lrcffiichste aller Mittel, den Men-schen zu erhöhen, gemacht werden zund doch ist es an den meisten Or-ten gerade das, was GeschmasundSitten am meisten verderbt. Soll-ten nicht gegen die Verfälschung derKnust Strafgesetze gemacht sei)», wiegegen die Verfälschung des Geldes?Wie können die schonen Künste ihrewahre Nutzbarkeit erreichen, wennjedem Thoren erlaubt ist, sie zu miß-brauchen?
Wenn sie, so wie sie in ihrer Na-tur sind, als Mittel zur Beförderungder menschlichen Glükseligkeit sollengebraucht werden: so muß nothwen-dig ihre Ausbreitung bis in die nie-drigen Hütten der gcmcinesten Bür-ger dringen, und ihre Anwendungals ein wesentlicher Theil in das po-litische System der Regierung aufge-nommen werden; und ihnen gehörtein Anthcil an den Schätzen, diedurch die Arbeitsamkeit des Volks,zu Bestreitung des öffentlichen Auf-wandes jährlich zusammen getragenwerden. ,
Dieses wird freylich manchen ver-mcynten Staatswcisen wenig ein-leuchten, und Philosophen selbst wer-
») Die Nachläßigkeit der deutschen Re-genten in diesem Stükc ist unglaub-lich. Das wichtigste aller Mittel, dieMenschen über das Thier empor zuheben, wird gerade als gar nichts ge-achtet. Man läßt jeden unsinnigenKopf, dem es einfällt, dergleichen zuthun, in Zeitungen, Lalendcm, Wo-chenblättern, Büchern, Predigten,mit dem ganzen Volke in einer Spra-che schwatzen, die voll Unsinn und Bar-barei, ist. Selbst der Majestät derMonarchen, wenn sie in Mandatenund Verordnungen mit dem ganzenVolke, dessen Väter und Führer siesind, sprechen, legt man nicht selteneine Sprache in den Mund, die vollllngcschiklichkcit ist, und wo auch dieklcineste Spur des gurcn (Scscbmaksund der Uederlegung vermißt wird.
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den solche Vorschlage für Hirngespin-ste halten. In der That sind sie es,so lange wir den gegenwärtigen Geistder meisten politischen Verfassungen,als etwas in seinen Grundsätzen un-veränderliches voraussetzend Woäußere Macht, baarer Reichthum,und das, was bcyde befördert, fürdie erste Angelegenheit des Staatesgehalten werden, so rathen wir dieschönen Künste zu verbannen, undrufen denen, die die Geschaffte desStaates verwalten, mit dem römi-schen Dichter zu:
L>e (Ave?, civcz, guaei-enclz pecn-
nia primum est,Viiaus polst nuinmoü.
Es kann von einigem Nutzen scyn,wenn wir eine kurze Abbildung desSchiksals der schönen Künste und ih-res gegenwärtigenZusiandes machen,und es gegen das Gemählde halten,das wir nach dem Ideal derselben soeben entworfen haben.
Mau muß sich nicht einbilden, daßdie Künste, wie gewisse mechanischeErfindungen, durch einen glüklichenZufall, oderdurch methodisches Nach-denken von Männern von Genie er-funden worden, und sich von demOrt ihrer Geburt aus in andre Lan-der Verbreiter haben. Sie sind in al-len Landern, wo die Vernunft zu ei-niger Entwiklung gekommen ist, ein-heimische Pflanzen, die ohne mühsa-mes Warten hervorwachsen) aber so,wie die Früchte der Erde, nehmen sienach Beschaffenheit der Himmelsge-gend, wo sie aufkeimen, und derWartung, die auf sie gewendet wird,sehr verschiedene Formen an, bleibenin wilden Gegenden unanschnlich undvon geringem Werthe.
So wie noch gegenwärtig jedesVolk der Erde, das den Verstand ge-habt hat, sich aus der ersten Wild-heit hcrauszuwmden, Musik, Tanz,Beredsamkeit und Dichtkunst kennet,so ist es ohne Zweifel in allen Zeital-tern