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sprechend, in einem Lande, wo dieschonen Künste ihren vollen Einflußschon verbreitet haben, ein Cynikcrseyu zu wollen? Erst hattest du durcheinen Trunk aus dein Lethe in dei-nem Geist und in deinem Herzen je-den Emdruk der schonen Künste aus-löschen sollen; alsdann aber hättestdu nicht mehr unter den Griechen le-ben können, sondern hättest dein Faßbis zu der kleinsten und vcrachtlich-stenHorde der scythischen Völker hin-wälzcn müssen, um einen Auftnthaltzu finden, wo danach deinen Grund-sätzen denke» und leben konntest. Unddu besserer Diogenes unrer den neuernGriechen, vcrehrnngs-und bewun-derungswürdiger Rousseau, hattestden Musen erst alles zurüke gebensollen, was du ihnen schuldig bist,che du deine öffenclicheAnklage gegensie vorbrachtest. Dann würde sie gc.wiß niemanden gerührt haben. Deinsonst großes Herz fühlte nicht, wieviel du denen zu danken hast, die dudes Landes verweisen wolltest.
DicseAnmerkungen gehen nur aufdie allgemeinste Würkung verschönenKünste überhaupt, die in einer ver-feinerten Sinnlichkeit, indem, wasman den Geschmak am Schönennennt, bestehet. Und dieses alleinWare schon hinlänglich, den dankba-ren Menschen zu vermögen, den Mu-sen Tempel zu bauen und Altare auf-zurichten. Ein Volk, das den Ge-schmak am Schönen besitzt, besteht,überhaupt betrachtet, immer ausvollkommnern Menschen, als das,welches den Einfluß des Geschmaksnoch nicht empfunden hat.
Und doch ist dieser höchst schätz-bare Einfluß der schönen Künste nurnoch als eine Vorbereitung zu ihrerhöhern Nutzbarkeit anzusehen; sietragen herrlichere Früchte, die abernur auf diesem durch den Geschmakbearbeiteten Boden wachsen kön-nen H. Ein Volk, das glüklich seyn
*) S. Bcschiiiak.
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soll, muß zuerst gute, seiner Größeund seinem Lande angemessene Gesetzehaben. Diese sind ein Werk dcSVerstandes. Dann müssen gewisseGrundbegriffe, gewisse Hauptvorstcl-luugcn, die den wahren National-charakter unterstützen, jedem cinzclenBürger, so lebhaft als möglich ist,immer gegenwärtig seyn, damit erseinen Charakter beständig behaupte.Bey großem Gelegenheiten aber, woTrägheit und Leidenschaft sich derPflicht widersetzen, müssen Mittelvorhanden seyn, dieser höhern Reizzu geben. Diesen Dienst können dieschönen Künste leisten. Sie habentausend Gelegenheiten jene Grundbe-griffe immer zu erweken und unaus-'löschlich zu machen; und nur sie kön-nen, bey jenen besondern Gelegenhei-ten , da sie cinnial das Herz zur fei-nen Empfindsamkeit schon vorberei-tet haben, durch inncrn Zwang denMenschen zu seiner Pflicht anhalten.Nur sie können, vermittelst besonde-rer Arbeiten, jede Tugend, jede Em-pfindung eines rechtschaffenen Her-zens, jede wohlthatige Handlung inihrem vollen Reize darstellen. Wel-che empfindsame Seele wird ihnenwiderstehen können? Oder, wenn sieihre Zauberkraft anwenden, uns dieBosheit, das Laster, jede verderblicheHandlung in der Häßlichkeit ihrerNatur und in der Abschculichkeit ihrerFolgen darzustellen, wer wird sichnoch unterstehen dürfen, nur einenFunken dazu in seinem Herzen glim-men zu lassen?
In Wahrheit, ans dem Menschen,dessen Einbildungskraft zum Gefühledes Schönen, und dessen Herz zurEmpfindsamkeit des Guten hinläng-lich gestimmt ist, kann man durcheine weise Anwendung der schönenKünste alles machen, dessen er fä-hig ist. Der Philosoph darf nur dievon ihm enrdekren praktischen Wahr-heiten, der Stifter der Staaten seineGesetze, der Menschenfreund seine
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