Druckschrift 
3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
76
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leichtsinnige Künstler kennen sich ein- sit dem Herzen durch die angenehmen

beiden, ihren Beruf erfüllt zu haben, Empfindungen, die von jedem Gc-

wenn sie ohne ein höheres Ziel die genstand crwekt werden, cm sanftes

sinnlichen Kräfte der Seele mit ange- Gefühl ein. Was in den paradicst-

nchinen Bildern gereizt haben. schen Gegenden des Erdbodens die

Wir haben vorher angemerkt, was Natur thnt, das thun die schonenauch ohnedem offenbar am Tage liegt, Künste da, wo sie sich in ihrem un-wozu die Natur den Reiz der Schon- verdorbenen Schmnk zeigen *). Inheit anwendet. Ueberall ist sie das dem Menschen, dessen Geist und HerzZeichen und die Lokfpeise des Guten, so unaufhörlich von allen Arten desSo bedienen sich auch die schonen Vollkommenen gereizt und gerührtKünste ihrer Reizungen, um nnfre werden, entsteht nothwendig eine Ent-Aufmerksamkeit auf das Gute zu zie- wiklung und allmähligc Verfeinerunghen, und uns mit Liebe für dasselbe aller Seelenkräste. Die Dummheitzu rühren. Nur durch diese Anwen- und Uncmpfindlichkeit des rohen na-dung werden che dem menschlichen türlichenMenschen verschwindet nachGeschlecht wichtig und verdienen und »ach; nnd ans einem Thier, dasdie Aufmerksamkeit des Weisen und vielleicht eben so wild war, als ir-die Pflege des Regenten. Durch die gend ein anderes, wird ein MenschVorsorge einer weisen Politik werden gebildet, dessen Geist reich an An-ftc die vornehmsten Werkzeuge zur nchmlichkcitcn und dessen Gemüths-Glükseligkeit der Menschen. art liebenswürdig ist.

Man setze, daß die schonen Künste , So wenig es erkannt wird, soin der Vollkommenheit, deren sie sä- wahr ist es, daß der Mensch dashig sind, bey einem Volke eingeführt wichtigste seiner innern Bildung demund allgemein worden seyen, und Einflüsse der schönen Künste zu dan-überlegc, was für mannichfaltige ken hat. Wenn ich auf der einenVortheile ihm daher zufließen wür- Seite den Mnth und die Vernunftden. Alles was man in einem sol- bewnndre, womit die alten cynischcnche» Lande um sich sieht, und was Philosophen unter einem durch denman hört, hat das Gepräge der Mißbrauch der schönen Künste in Ucv-Schönheit und Anmuthigkcit. Die pigkeit und Weichlichkeit versunkenenWohnplätze derMensthen, ihre Häu- Volke, wieder gegen den ursprüng-ser, alles was sie brauchen, was sie liehen Zustand der rohen Natur zurük-um sich und an sich Haren, und für- gekehrct sind: so erregt ans der an-nehmlich das unentbehrliche und dern Seite ihr Undank gegen die schö-wunderbare Werkzeug, seine Gedan- ncn Künste meinen Unwillen. Wo-llen und Empfindungen andern mit- her hattest du Diogenes den feinenMtheilen, ist bicr dnrch den Einfluß Witz, womit du die Thorheiten dei-nes guten Geschmaks und Bearbei- ncr Mitbürger so schneidend Verspot-tung des Genies schön und vollkom- tetest? Woher kam dir das feine Ge-micn. Nirgend kann sich das Auge fühl, das dir jede Thorhcit, wennHinwenden, und nichts kann das Au- sie auch die völlige Gestalt der Weis-se vernehmen, daß nicht zugleich die heit an sich hatte, so lebhaft zucm-innern Sinnen von dem Gefühl der pfinden gab? Wie konntest du dirOrdnung, der Vollkommenheit, der einbilden, in Athen oder CorinthEchiklichkeit gerührt werden. Alles völlig zu der rohen Natur zurüke zureizt den Geist zu Beobachtung so!- Ichren? Ist es nicht offenbar wider-cher Dinge, wodurch er selbst seine sprechendAusbildung bekommt, und alles fiös- ») S. Baukunst.