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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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die seligsten Verbindungen zu bewür-fen, am nötigsten waren. Diestärksten aller anziehenden Kräfte,Vollkommenheit des Geistes und Lie-benswürdigkeit des Herzens, sind dertodten Materie selbst eingcprägct

Aber auch dieses müssen wir nichtübersehen, daß die Natur dem, wasunmittelbar schädlich ist, cincwidrigezurüktreibendc Kraft mitgctheilet hat.Die den Geist crdrükcndeDummheit,eine verkehrte Sinnesart und Bos-heit des Herzens, hat sie mit ebensoeindringenden, aber Ekel oder Ab-scheu erwekenden Zügen, auf dasmenschliche Gesicht gelegt, als dieGüte der Seele. Also greift sie un-ser Herz durch die äußern Sinne aufeine doppelte Weise an; sie reizet unszum Guten und schrckt uns vom Bö-sen ab.

Dieses Verfahren der Natur läßtuns über den Charakter und die An-wendung der schonen Künste keinenZweifel übrig. Indem der Menschmenschliche Erfindungen verschönert,muß er das thun, was die Naturdurch Verschönerung ihrer Werkethut.

Die allgemeine Bestrebung derschonen Kunst muß also dahin abzie-len, alleWerkc dcrMcnschen in ebender Absicht zu verschönern, in wel-cher die Natur die Werke der Schö-pfung verschönert hat. Sie muß derNatur zu Hülfe kommen, um alles,was wir zu unfern Bedürfnissen selbsterfunden haben, um uns her zu ver-schönern. Ihr kommt es zu, nnsreWohnungen, nnsre Gärten, unsre Gc-räthsehafrcn, besonders unsre Spra-che, die wichtigste aller Erfindungen,mit Anmuth zu bekleiden, so wie dieNacur allem, was sie für uns ge-macht hat, sie eingeprägt hat. Nichtbloö darum, wie man sich vielfältigfälschlich einbildet, daß wir den klei-nen Genuß einer größern Annehm-lichkeit dayon haben, sondern daßS. Schönheit.

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durch die sanften Eindrüke des Schö-nen, des Wolgereimtcn und Schik-liehen unser Geist und Herz eine ed-lere Wendung bekommen.

Noch wichtiger aber ist es, daß dieschönen Künste auch nach dem Bey-spiele der Natur die wesentlichstenGüter, von denen die Glückseligkeitunmittelbar abhängt, in vollem Rei-ze der Schönheit darstellen, um unseine unüberwindliche Liebe dafür ein-zuflößen. Cicero scheinet irgendwo *)den Wunsch zu äußern, daß er seinemSohne das Bild der Tugend in sicht-barer Gestalt darstellen könnte, weildieser alsdann sich mit unglaublicherLeidenschaft in sie verlieben würde.Diesen wichtigen Dienst können in derThat die schönen Künste uns leisten.Wahrheit und Tugend, die unent-behrlichsten Güter der Menschen, sindder wichtigste Stoff, dem sie ihreZauberkraft in vollein Maaße einzu-flößen haben.

Auch darin müssen sie ihrer großenLehrmeister!» nachfolgen, daß sie al-lem, was schädlich ist, eine Gestaltgeben, die lebhaften Abscheu erwekt.Bosheit, Lasier, und alles, was demsittlichen Menschen verderblich ist,muß durch Bearbeitung der Künsteeine sinnliche Form bekommen, dieunsre Aufmerksamkeit reizt, aber so,daß wir es recht in die Augen fassen,um einen immerwährenden Abscheudavor zu bekommen. Dieses unver-gleichliche Kunststück hat die Natur zumachen gewußt. Wer kann sich ent-halten, Menschen von recht verwor-fener Phpsionomie, mit eben der neu-gierigen Aufmerksamkeit zu betrach-ten, die wir für Schönheit selbst ha-ben? Die Lehrerin der Künstler woll-te, daß wir von dem Bösen das Au-ge nicht eher abwenden sollten, alsbis es den vollen Eindruk des Ab-scheues erregt hätte.

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De Olllciis l.. l.