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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
70
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Tbcil eines Models bestimmt wird.Man kann dieAushöhlung nach einemhalben oder kleinern Zirkclbogcn ma-chen. Es ist kaum der Muhe Werth,hier Regeln zu geben. Nur muß mannicht, wie einige italiänische Baumei-ster in dorischer Ordnung thun, dieKrumen ohneSaum oder Steg an ein-ander laufen lassen. Auch nicht, wieeinige franzosische Baumeister gethan,an dem unterstell Drittel des Stam-mes die Krinnen mit runden Stäbenansfüllcn. Alles dieses scheint demguten Geschmak entgegen zu scyn.

(*) Ausführlichen Unterricht von denKrinnen, gicbt, unter andern, Blon-de!, in s. Lours ssHrckic-Äure, Bd. l.S. -46 u. f.

Kröpfung.

(Baukunst.)

N5ird auch Verl'ropfung genennt.Dadurch bezeichnet man in der Bau-kunst die Brechung eines sonst geradekaufenden Gliedes, wodurch einTheildesselben weiter hervorsteht als dieübrigen, und folglich eine Art desKropfes macht. Man sieht an neuernGebäuden nur gar zu oft Beyspielehiervon. Es giebt zu viel Baumei-ster, die Wandsäulcn anbringen, wel-che halb, oder noch weiter, aus derMauer heraustreten, da das Gebäl-kc über die Säulen so angelegt ist,daß der Unterhalten über die Mauergar nicht ausläuft. Weil auf dieseWeise die Säulen gar nichts zu tra-gen hätten, so kröpfen sie das ganzeGebalke über den Säulen, und bege-hen dadurch einen der ungereimtestenFehler, die man in der Baukunst be-gehen kann. Denn was ist ungereim-ter, als Säulen anzubringen, dienichts tragen? oderdas, was seinerNatur nach gerade gestrekt seyn soll-te, wie ein Balken, zu kröpfen, nurdamit es scheine, daß die unnützen

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Säulen etwas zu tragen haben? Diealten Baumeister aus der guten Zeitwaren weit entfernt, solche Unge-reimtheiten zu begehen. Man trifftkeine Kröpfungen bei) ihnen an. Aberdie römischen Baumeister'unter denKaisern haben sie schon eingeführt,wie an den Triumphbogen einigerKaiser zu sehe» ist; und von diesenschlechten Mustern sind die Vcrkrö-pfungcn in der neuen Baukunst bey-bchaltcn worden.

Sie sind nicht nur, wie schon an-gemerkt worden, völlig ungereimtund den wesentlichsten Regeln entge-gen, sondern geben auch den Gebäu-den ein sehr überladenes gothisehes,oder vielmehr arabisches. Ansehen,weil das Auge nicht gerade über einGebälke weglaufen kann, sondern al-le Augcnblikc an Eken anstößt.

Das große Portal an demKönigl,Schloß in Berlin, das eine Nachah-mung des Triumphbogens des Kai-sers Sept. Severus ist, und nochmehr die sonst prächtige Fassade ge-gen den zwcytenHof, wo die Haupt-treppe des Schlosses ist, sind durchVerkröpfungcn gänzlich verdorben.Es läßt sich nicht begreifen, wie eskommt, daß man diese Würkungeines verdorbenen Geschmaks nichtschon langst gehemmt hat,

Kühn.

(Schöne Künste.)

Äie Kühnheit ist nur vorzüglichstarken Seelen eigen, die aus Gefühlihrer Stärke Dinge unternehmen,die andre nicht würden gewagt ha-ben, Deswegen ist unter allen Aeus-serungen der Scelenkräfte nichts,das nnsre Hochachtung so stark ansich zieht, als das Schöne und Gu-te, das mit Kühnheit verbunden ist.Selbst alsdcnn, wenn ein kühnerGeist in seinem Unternehmen zuvielHinderniß angetroffen hat, versagenWir ihm nnsre Hochachtung nicht,

wenn