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3 (1793) [K - Q]
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sind ebenfalls höchst lebhaft. So-wol die innere Seligkeit des Men-schen , die aus dem Gefühl des Gu-ten entsteht, als die Verzweiflung,die aus dem Gefühl des gänzlichenMangels desselben entspringt, wer-den schwerlich durch irgend eineWeise lebhafter empfunden, alsdurch den Ausdruk dieser Gemüths-lagcn, den wir in Gesicht, Stellungund Bewegung der Menschen sehen.Selbst in den Werken der Kunst,darin die leblose Natur geschildertwird, sie seyen Werke der Rede,oder des Pinsels, kann man bcy-läuftg sich dieser Art oer Kraft be-dienen. Dieses haben Thomsonund Kleist mit großem Vorthcile ge-than.

Bey Gegenständen dieser Art, er-fodert der Zwek der Künste eine leb-hafte Schilderung des Guten undBösen, ihrer Natur so angemessen,daß eine feurige Begierde für das ei-ne, und ein lebhafter Abscheu vor demandern entstehe. Also fodert die Kunstin ihren wichtigsten Arbeiten nichtnur einen großen Künstler, der seinenGegenstand auf das lebhafteste dar-stelle, sondern auch einen rechtschaffe-nen Mann, der selbst eine große Seelehabe, die jedes Gute und Böse ken-ne, und nach Maaßgebung seinerGröße fühle.

Sehen wir auf alle Arten der Kraftzurüke, die in den Werken der schö-nen Künste liegen, so begreifen wir,daß nur die größten Menschen voll-kommene Künstler sey» können. Esgiebt Menschen, die sich einbilden,daß ein feiner Gcschmak an dem Schö-nen den Künstler ausmache. Es er-hellet aus dem, was hier gesagt wor-den, daß dieses allerdings eine noth-wcndigc Eigenschaft desselben sey, zu-gleich aber, daß sie allein geradedie niedrigste Classe der Künstler aus-mache , denen man nichts als Artig-keit zu danken hat. Der große Ver-stand allein kann den Philosophen

und den zu Ausrichtung der Geschaff-te brauchbaren Mann ausmachen;der Geschmak ani Schönen alleinmacht den angenehmen Mann; dasGefühl des Guten den guten Mann;aber alles zusammen verbunden machtdie Grundlage zum Künstler aus.

Kragstein.

(Baukunst.)

Ein zum Tragen dienendes Glied inder Baukunst, das auch von deut-schen Baumeistern oft mit dem fran-zösischen Namen cüonsole genenntwird. Der Gebrauch der Kragsteinehat einen doppelten Ursprung. Ent-weder werden sie gebraucht um we-sentliche Theilc eines Gebäudes, der-gleichen weit ausladende Gesimse sind,zu unterstühcn, oder nur einzeln, zurZierrath oder Bequemlichkeit an eineWand zu setzende Dinge zu tragen.

Von der ersten Art trifft man bis-weilen die großen Kragsteine an jo-nischen oder corinthischen Friesen an,die den Kranz des Gebälks tragen.In eben dieser Absicht setzet man sieauch unter die Fensterbänke, oder un-ter die Gesimse, die von oben denFenstern zur Bedekung dienen. Wennihre Ausladung größer ist, als dieHöhe, so bekommen sie im Französi-schen den Namen ('ordesux.

In diesen Fallen sind sie als ver-zierte Köpfe der herausstellenden Bal-ken anzusehen, so wie die Triglyphcnam dorischen Fries. Sie werden sobearbeitet, daß sie oben, wo die Lastdaraufliegt, breit und zum Tragengcschikt, unten aber gegen die Wandzu, schmal auslaufen. Sollen sierecht zierlich sey», so lasse man dieobere Bauchung gegen die Wand ineine Volute auslaufen, und so wirdauch die Aushöhlung von unten in ei-ne kleine Volute gedreht. Außerdemaber wird in ganz reichen Gebäudennoch Blumen-und Laubwerk darangeschnitzt. Man setzet sie auch inwen-dig