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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
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ist es höchst angenehm. Jene von derBeschaffenheit des Gegenstandes her-kommende Kräfte kann man wesent-liche, die andern aber zufällige ästhe-tische Kräfte nennen. Die zufälligenKräfte der ästhetischen Gegenstandekönnen nicht allp bestimmt werden,weil es nicht wol möglich ist alle zu-fällige Umstände aufzuzählen,: dieuns eine Sache, für die wir natür-licher Weife gleichgültig sind, interes-sant machen können. Die gewöhnlich-sten zufälligen Kräfte sind das Neue,das Unerwartete, das Außerordent-liche, das Große, und das N?un-Serbare. Aber die wesentlichen Kräf-te können nur von dreycrley Gat-tung seyn: sie entstehen aus Voll,kommcnhcit, aus Schönheit undaus Güce, oder aus den, diesen ent-gegengesetzten Eigenschaften. Dennalles, was uns durch eine unverän-derliche, oder wesentliche Würkunggefallen soll, muß unfern Verstand,oder unfern Gcschmak, oder unsreNeigungen befriedigen,- und alles,was nothwendig mißfallen soll, mußdas Gcgcntheil thun. Was den Ver-stand befriediget, kann unter der all-gemeincnBcncnnung des Vollkomme-nen begriffen werden; und so kannMan überhaupt schön nennen, wasdem natürlichen Gcschmak, und gut,was den natürlichen Neigungen desHerzens angemessen ist. Man könn-te füglich dem Vollkommenen, Schö-nen und Guten anziehende, oder an-treibende, und den entgegengesetztenEigenschaften zurüktreibende Kräftezuschreiben-

Die gute Wurkung, die jedes Werkder schönen Künste auf die Gemütherder Menschen hat, kommt also vonden verschiedenen in denselben liegen-den antreibenden, oder zurükstossen-den Kräften her, wodurch wir zu je-dem Guten angehalten und von je-dem Bosen abgcschrekt werden; unddie genaue Kenntniß dieser ästheti-schen Kräfte ist ein wichtiger Theil

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dessen, was der Künstler zu wissenhat. Darum wollen wir uns etwasnaher in die Betrachtung derselbeneinlassen.

Die erste Quelle der ästhetischenKraft ist also Vollkommenheit. Wirhaben der Encwiklung dieses Begriffseinen eigenen Artikel gewiedmet, auswelchem erhellet, daß zu dieser Quelle,außer dem, was man im erstenSinne Vollkommenheit nennet, auchWahrheit, Richtigkeit und Deutlich-keit gehöre. Worin jede dieser Ei-genschaften bestehe, findet sich amgehörigen Orte hinlänglich bestimmt.Dieses setzen wir voraus, um hierblosdieKrast derVollkommenheit innähere Betrachtung zu ziehen. Alsoentsteht hier die Frage: Was kannnatürlicher Weise die Vollkommen-heit, die wir in den verschiedenen Ge-genständen des Geschmaks cntdekcn,in uns würken? Ein gemeiner Gradderselben befriediget. Wenn alles,was wir sehen und hören, durchausso ist, wie wir es erwarten, wennwir überall die Klarheit, Richtigkeit;Vollständigkeit, Wahrheit antreffen,die uns nichts mangelhaftes in denSachen sehen läßt, so sind wir da-mit zufrieden. Aber ein größerer undunerwarteter Grad dieser Eigenschaf-ten thur mehr; er crwekt das Gefühldes Vergnügens. UnserHang nachVollkommenheit wird dadurch nichtblos befriediget, sondern erhöhet,und aus dieser Erhöhung entsteht ei-gentlich die Empfindung. Wenn wireine Zeitlang, um eine Gegend zuübersehen, den Anbruch des Tageserwartet haben, um jeden vor unsliegenden Gegenstand zuerkennen: sowerden wir durch ein hinlängliches,obschon noch etwas dämmerndesTageslicht befriediget; aber beson-deres Ergötzen und Vergnügen ent-steht alsdenn, wenn auf die maßigeKlarheit ans einmal ein Heller Son-nenschein einbricht, der einige Ge-genstände in mehr als gewöhnlicher, Klar?