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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
63
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Klarhcitzeiget, und die ganzeGegendin wolgeordnete Massen des hellenLichts und des Schattens einthcilct.Dieses zeiget uns die ganze Gegendin ihrer vollen Pracht,

Also muß zwar in Gegenständenunsrer Erkenntnis;, welche die scho-nen Künste behandeln, ein gemeinerGrad der Vollkommenheit überallherrschen, damit uns nichts anstoßigsey; alles falsche, unrichtige, un-vollständige, dunkele, muß vermie-den werden. Dadurch aber wird nochkein: merkliche Empfindung in unscrwckl, sondern bloße Befriedigung.Um diese höher zu treiben, müssen dievornehmsten Gegenstände durch vor-stechende Vollkommenheit, Klarheit,durch die äußerste Richtigkeit, durchlebhaft treffende Wahrheit, sich vonden übrigen unterscheiden. Alsdcnnkönnen wir sagen, daß dieses Werkdurch ästhetische Vollkommenheit aufuns würke. Diese Erreichung deshöhcrn Grades der Vollkommenheitist eigentlich das, worauf die Künstein Gegenständen der Erkenntnis; zuarbeiten haben, weil der Künstlersich dadurch von den blos gemeinenLehrern unterscheidet.

Es verdienet hier angemerkt zu wer-den, daß in den Werken des Ge-schmaks das Vollkommene außer dembesonder» unmittelbaren Zwck, dender Künstler dadurch zu erreichensucht, den allgemeinen Nutzen hat,den natürlichen Hang des Menschennach Vollkommenheit nicht nur zuunterhalten, sondern auch merklichzu verstärken, oder zu erhöhen. Re-den, Gedichte und andre für denVerstand gemachte Werke, darin dasWahre und Vollkommene einen ho-hen Grad hat, können wir nichtohne Nutzen lesen, wenn gleich ihrInhalt völlig außer unfern, Interesseliegt; denn sie unterhalten und erhö-hen den heilsamen Hang nach Voll-kommenheit in uns. lind hierauserhellet, wie ein Werk der Kunst

einen von seinem Inhalt selbst unab-hänglichen Werth haben könne.

Hier ist der Ort nicht zu zeigen,wie der Künstler den hohen Grad desVollkommenen erreichen könne; es istgenug ihn zu erinnern, daß er ihnsuchen soll, und überhaupt Künstlerund Liebhaber auf die Anmerkung zuführen, daß Gegenstände unsrer Er-keniuniß in den Werken des Ee-schmaks nur von solchen Künstlern,die vorzüglichenVerstand undScharf-sinnigkeit haben, glüklich können be-handelt werden.

Aber dieses müssen wir noch an-merken , daß von den drey Arten derästhetischen Kraft, die, welche in derVollkommenheit liegt, dem Werthenach die vorzüglichste scheinet. -Frcy-lich ist dem Menschen der Hang nachdem Schönen und Guten nothwen«big; vor allen Dingen aber muß ereinen starken Hang nach Vollkommen-heit und Wahrheit haben. Der fein-ste Geschmak am Schönen mit dembesten Herzen verbunden, macht dengroßen Mann noch nicht aus. Dergroße Verstand, oder eine starke Be-urthcilung ist die Grundlage der wah-ren Größe des Menschen.

Die zwcyte Art der ästhetischenKraft liegt in dem Schönen. Waswir unter diesem Namen verstehen,ist an seinem Orte nachzusehen H.Es ist ein Gegenstand der sinnlichenund confusen Erkenntnis;, und erwektunmittelbar und auf eine fast uner-klärliche Weise Vergnügen. Vor-nehmlich liegt es in den Gegenstän-den des Gesichts und des Gehörs,es sey daß sie sich unmittelbar, oderdurch die Einbildungskraft uns dar-stellen: überhaupt aber hat es in al-len Dingen statt, in denen eine An-ordnung, es sey nach Zeit oder Raum.^ ist; weil in der Anordnung Annehm-lichkeit statt hat. So kann die Fa-bel einer sonst unbedeutenden Hand-lung;

*) S.. Schön.