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beständig zur schärfsten Beobachtunggestimmtes Auge haben müsse. Jemehr Menschen er zu sehen Gelegen-heit hat, je empfindsanier diese Men-schen sind, und je bestimmter ihr Cha-rakter ist, je mehr wird er auch überdiesen Thcil beobachten können. Amvorzüglichsten sind die Gelegenheiten,bei) öffentlichen Versammlungen ausder Menge der Menschen diejenigenbesonders auszusuchen, die dabei) dasineiste empfinden. Insgemein trifftes sich da, daß man sie lange genugin einerlei) Stellung beobachten kann,um dicKopfsiellung lebhaft genug indie Phantasie zu fassen, oder sogleichzu zeichnen. Hier hat der Mahlerweit wichtigere Gelegenheit sein Augezu üben, als in der Academie, oderin seinem Cabinct. Wer sich einbil-det, daß er ein gedungenes lcbendi.ges Model nützlich hiezu brauchenkönne, der irret sich. Ein Kopf, dernach einer vorgeschriebenen Stellungsich halten soll, wird gewiß immeretwas gezwungenes zeigen. Manmuß die Menschen frei) sehen, wo sienicht vcrmuthen, daß sie beobachtetwerden, und wo sie selbst sich ihremCharakter und ihren Empfindungenvöllig überlassen.
Mit diesem Studium der Natur,muß eine genaue Beobachtung undfleißige Zeichnung der besten Antikenverbunden werden; weil die Altenbesonders auch in diesem Theilc be-wunderungswürdig sind. Unter denNcucrn aber müssen vorzüglich Ra-phael, und für das Reizende undEanftleidenschaftliche in den Kopf-sicllungcn Guido, siudirt und nach-gezeichnet werden.
Nach dem Berichte des Plininn hatein gewisser Eimon von Llconä zu-erst diesen wichtigen Theil des Aus-druks ausgeübet *).
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Kraft.
(Schöne Künste.)
AAir schreiben jedem Gegenstand desGeschmaks eine ästhetische Kraft zu,in sofern er vermögend ist eine Em-pfindung in uns hervorzubringen.Was in körperlichen Dingen Gc-schmak und Geruch ist, das ist dieästhetische Kraft in den Gegenstän-den , die die Künste den innern Sin-nen darbieten. Eine edle That hatdie Kraft uns zu rühren, Md einvon der untergehenden Sonne fchönbemahlter Himmel hat die Kraft einsanftes Ergötzen in uns hervorzu-bringen. Also sind die verschiedenenästhetischen Kräfte die Mittel, dieder Künstler braucht auf die Gemü-thcr zu würkcn; und nichts ist ihmnöchigcr, als die Kcnntniß dieserKräfte, die den Gegenständen, dieer uns vorlegt, eigen sind. .
Aus dem, was schon anderswoüber die Natur der Empfindung an-gemerkt worden ist*), erhellet, daßder Gegenstand eine ästhetische Krafthat, wenn er vermögend ist unsreAufmerksamkeit von der Betrachtungseiner Beschaffenheit abzulenken undsie auf die Würkung zu richten, dieder Gegenstand auf uns, vor-nehmlich auf unfern innern Znstandmacht.
Diese Kraft kommt entweder vonder Beschaffenheit des Gegenstandes,»md seinem unveränderlichen Ver-hältnis; gegen die Natur unsrerVor-stellungskraft, oder sie beruhet nurauf zufälligen Umständen. So ha-ben die meisten Speisen einen unver-änderlichen natürlichen Geschmakder sie uns angenehm macht; hinge-gen hat das Wasser gar keinen Ge-schmak; aber bei) merklichem Durst
ist
cientes, äelpicientcsgue ?Iin. ltitk.
Nzr. I..XXXV, c.8.
*) S. Begeisterung l Th. S. Z!° f. und
Empfindung u Th. S. 54.