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trachten: die eine ist ihrem Zwek zu-wider und verwerflich; die andre istangenehm und gehört zn dem gutenästhetischen Stoff. Jene entsteht ausMangel nnd Unvollkommenhcit; die-se hat nichts mangelhaftes.
Das verwerfliche Kleine findet sichbei) Künstlern, denen es entweder anVerstand, oder an Empfindung feh-let. Aus Mangel des Verstandeskommen geringschätzige, jedem,. auchnur halbklugcn Menschen, einfallen-de Gedanken und Betrachtungen;subtile Spitzfindigkeiten, sophistischeUrtheile und Witz, der in bloßenWortspielen liegt. Dahin gehörenauch alle übertriebene Metaphern,alle mühsame und doch nichts be-deutende Ecmahlde, und die ängst-liche Ausbildung kleiner Umstände,alle iMicilos nuZse. Aus Mangelder Empfindung und aus einem klei-nen, kindischen, furchtsamen, oderphantastischen und ausschweifendenHerzen kommen kindische Bewun-drung nichtsbedeutcnder Dinge, nie-drige Schmeicheleien, List, die allesdurch Umwege sucht und sich nie ge-traut gerade zu urthcileu oder znhandeln, Prahlcreyeu, übertriebeneAffekte sowol in dem Künstler, alsin den von ihm eingeführten Perso-nen. Es wäre sehr leicht aus demGvidius und aus dem Gencka Bei-spiele fast jeder An dieses Kleinenanzuführen; und auch aus ein-heimischen Schriftstellern könnte hie-zu ein beträchtlicher Beitrag gelie-fert werden.
Schon aus dem, was von denQuellen des Kleinen angemerkt wor-den ist, erhellet, wie es zn vermeidense>). Der Künstler muß seinen Ver-stand und sein Herz zum Großen bil-den. An mehrern Stellen diesesWerks ist schon erinnert worden, daßzu einem guten Künstler mehr, alsnur das eigentliche Kunstgcnie erfo-dert werde; nämlich Verstand undGröße des Herzens. Wicwol nun
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die Natur hiezu das Beste thut, somüssen doch noch Erfahrung und Ue-buug dazu kommen. Um also dasKleine zu vermeiden, muß der Künst-ler sich aus der Sphäre der Men-schen, bey denen noch Unwissenheit,Vorurthcile und die gemeinestenSchwachheiten herrschen, in eine hö-here Sphäre empor schwingen; ermuß genaue Bekanntschaft mit denMenschen haben, die durch Vernunftund große Gesinnungen weit über demniedrigen Kreis des großen Haufens,gleichsam in einer reincrn Luft leben.
Schon in früher Jugend sollte derkünftige Künstler mit den Hülfsmit-tcln bekannt werden, wodurch er zueiner gründlichen Kcuntniß der Weltund der Menschen alter und neuerZeiten gelangen kann. Durch einenfleißigen Gebrauch dieser Hülfsmittclmuß er sich eine genaue Bekanntschaftmit den größten und besten Menschenaller Zeiten erwerben. Die Geschich-te der Völker und die Beobachtungseines Zeitalters muß ihn lehren,was in dem Genie und Charakter derMenschen klein oder groß ist. Da-durch muß er zu einer solchen Kennt-nis' seiner selbst kommen, daß er bc-urtheilen kann, ob seine Art zu den-ken und zu empfinden über die gemei-ne Art des großen Haufens erhabenist. Durch diese Mittel muß er einsolcher Beurtheiler und Kenner derMenschen werden, daß er auch dasKleine im Denken und Empfinden,was seinen Zeitgenossen noch anklebet,zu bemerken im Stande sei).
Die andere Gattung des Kleinen,das unter den guten ästhetischenStoff aufgenommen zu werden ver-dienet, ist eine Art des Schönen, dieCicero übersehen hat, da er nur vonzwcy Arten spricht *). Der einen
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