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3 (1793) [K - Q]
Entstehung
Seite
43
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ankündigen, besondere Aufmerksam-keit auf den Wolklang richteten, undallemal das Neue und Vorzügliche,was sie hierüber bemerken, anzeigten.Unsrc Sprache ist darin noch großerVerbesserung fähig. Man sollte dar-um diejenigen, die den Klang einesWorts durch Weglassung, oder Acn-drung irgend eines Buchstabens ver-bessern, nicht tadeln, noch sie einerUebertretung der grammatischen Re-geln beschuldigen, sondern ihnen viel-mehr Dank dafür wissen. Dadurchhaben die Jtalianer ihre Sprache sowolklingend gemacht, als sonst keineneuere Sprache ist. In Deutsch-land würde der eines kritischen Ver-brechens schuldig erklart werden, dersich unterstünde mit einem deutschenWorte eine solche Veränderung vor-zunehmen, als die ist, da der Ita-liener bwnuns, ?iurne, anstattb'lamma, sslume, gesetzt hat. Willman aber dergleichen Dinge nicht er-lauben, so kann auch der Klang derSprache nicht zu einer gewissen Voll-kommenheit kommen.

Die Dichter, denen unsre Sprachein diesem Stük am meisten zu dankenhat, sind unstreitig Rloplkok undRamler, Man hat den letztem sehrernstlich getadelt, daß er eigenmäch-tig in andrer Dichter Arbeit viel ge-ändert habe. Es geHort nicht hicher,die Rechtmäßigkeit dieser Sache znuntersuchen; aber dieses kann hiergesagt werden, daß ich es für ein sehrverdienstliches Werk halten würde,wenn Herr Ramler gewisse sehr guteGedichte, die nicht wolklingend genugsind, nack) seiner Art umarbeiten,und anstatt schlechter Worte wolklin-gende nehmen wollte, wenn sie auchgriechischer, ober noch fremderer Ab-kunft waren. Wem damit gedientwäre, den Dichter in seiner Sprachezu lesen, der konnte ihn darum nochimmer bekommen.

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Klarheit.

(Schöne Künste.)

Ä5ir nennen den Gegenstand unsrerVorstellung klar, wenn wir ihn, imGanzen genommen, so bestimmt undso kenntlich fassen, daß es uns leichtwird, ihn von jedem andern Gegen-stände zu unterscheiden. Von derDeutlichkeit ist die Klarheit darin un-terschieden, daß diese den Gegenstandnur im Ganzen kenntlich macht, dabey jener auch das Besondre und seineeinzele Thcile klar sind.

Die Klarheit eines Gegenstandeswürkr auf mehr als einerlei) Art sovortheckhaft auf die Vorstellungs-kraft, daß sie bey der Theorie derschönen Künste in mchrern Betrach-tungen wichtig wird. Jeder Gegen-stand ^ der bestimmt soll gefaßt wer-den, muß die gehörige Klarheit ha-ben; und so ist sie ihm auch nöthig,wenn man ihn mit Vergnügen sehensoll. Denn der menschliche Geisthat einen unauslöschlichen Hang, dieSachen, auf die er einmal seine Auf-merksamkeit gerichtet hat, klar zu se-hen. Wenn mau nicht klar (oder wieman es zu nennen pflegt, deutlichgenug) mit uns spricht; wenn manuns etwas zeiget, das wir aus Man-gel des Lichts nicht klar genug sehenkönnen: so werden wir dadurch inmerkliche Unruhe gesetzt. Also müß-te schon deswegen allein jeder Gegen-stand des Gcschmaks, den uns dieKünste vorstellen, hinlängliche Klar-heit haben.

Jedes Werk der schönen Künste,und jeder Hauptthcil, der schon fürsich eine bestimmte Würkung thunsoll, muß, wo nicht wie von HellemSonnenschein, doch wie von vollemTageslicht beleuchtet werden. Hierhat der Künstler zweyerlcy Dinge zuüberlegen: er muß dem ganzen Werk,in sofern es sich auf cmmal fassenläßt, hinlängliche Klarheit geben,und denn jedem Thcile desselben be-sonders,