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Neben dem Chor sind »och cin paarbesondere Abtheilungcn, davon einedie Sacristep genannt wird, wo diezum Gottesdienst gehörige Geräth-schaft, die heiligen Kleider u. d. gl.aufbehalten werden, und wo die Die-ner der Religion zur gottesdienstli-chen Feycr sich ankleiden. Dle an-dre Abtheilung kann zur Anlegungder Treppe dienen, die auf den Kirch-thurm und unter das Dach der Kir-che führet. Insgemein hat dasSchiff seine eigene Wölbung, die aufeinem Gcbälke ruhet, das von Pfei-lern oder Säulen getragen wird.
Der Geschmak, der in einer solchenKirche, sowol in der ganzen innernEinrichtung, als in den Verzierungenaugenscheinlich herrschen muß, istGröße und feierliche Pracht. Undes ist kein Werk der Baukunst, wo derBaumeister so viel großen Geschmaknöthig hat, wie bcy diesen:. DerAnblik muß jeden Anwesenden mitEhrfurcht erfüllen. Von kleinenZicrrathen, die das Auge vom Gan-zen abziehen, muß nichts da seyn;auch nichts schimmerndes, das nurblendet. Einfalt, mit Größe verbun-den, ist der Charakter einer vollkom-men gebauten Kirche. Darum sindeinzelne, hier und da zerstreute Ge-mahldc mitRecht zu verwerfen. Einganz durchgehendes DckengcMahldeüber dem Schiff, ist das Vorzüg-lichste. Und wenn man noch andreGemahldc anbringen will, so muffensie sich auf jenes beziehen, und eini-germaßen Theilc desselben ausma-chen, welches allemal möglich ist.Alle cinzele Bilder, ohne Beziehungauf das Ganze, so gebräuchlich sieauch sind, streiten gegen den wahrenGeschmak, der in einem solchen Ge-bäude herrschen soll.
Vielleicht ist eine einzige besondereAnmerkung hinlänglich, einem vcr-'ständigen Baumeister die vorherge-hende Anmerkung einleuchtend zu ma-chen. Es ist in Brüssel eine Kirche,
(auf den Namen derselben besinne ichmich nicht mehr,) wo an jedem Pfei-ler des Schiffs die Statue einesHeiligen steht. Diese Statüen sindgroß, und in gutem Verhältnis mitdem Gebäude; aber zum Ganzen thunsie nicht die geringste Würkung, weiljede für sich steht, die eine vorwertsnach dem Altar, die andre gerade vorsich, die dritte nach der Halle zu ge-kehrt n. s. f. Wie leichte wär es dagewesen, alle diese Statüen in einGanzes, mir dem ganzen Gebäude zuverbinden? Man harte sie alle inmannigfaltigen anbetenden Stellnü.gen gegen den Hauptaltar wendenkönnen, als wenn sie dem Volke dasBei)spiel der Anbetung gäben; jedenach dem eigenen Charakter der abge-bildeten Person. DcrgleichenVerzie«rungcn dienen die Würkung des Gan-zen zu verstärken, und sind der wah-ren Absicht der Kunst gemäß.
Es ist sehr gewöhnlich, daß an denAbseiten der Hauplkirchcn verschiede-ne kleine Capellen angebracht wer-den, deren jede ihren eigenen kleinenAltar hat. Auch dieses ist, ob esgleich durchgehends üblich ist, einMißbrauch, gegendessen Fortpflan-zung die Baumeister arbeiten sollten.Denn dieses hebt vollends die Ein-heit des Ganzen auf. Für geringerelind für ganz besondere Gelegenhei-ten dienende gortesdiensiüchc Feyer-iichkciten, dazu nur wenige Men-schen kommen, können ja besondereklcme Capellen gebaut werden.
Dieses wenige kann hinlänglichseyn, denen, die dergleichen Kirchenbauen oder bauen lassen, zu zeigen,wie nöthig es sey, überall auf denwahren Zwck der Sachen zu sehen.Auch diesem Thcile der Kunst fehletes noch an einer wahren gründlichenKritik, die den Baumeister in seinenVerrichtungen immer auf dem gera-den Weg halte. So bald man will-kührlich verfährt, so läuft man Ge-fahr ungereimte Dinge zu machen.
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