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entsteht, die wir angewendet haben,eine deutliche Vorstellung von deinGegenstand zu bekommen, z. DasUrthcil über die Art der Sache, überihre Vollkommenheit oder Unvoll-kommcnheit, Brauchbarkeit oder Un-brauchbarkeir. Das erste ist, wieschon angemerkt worden, ganz me-chanisch, wie der Geschmak an Spei-sen: und diese Art des Eindruks ha-ben wir von den Sachen, indem siesich unsrcr Vorstellungskraft darstel-len, es scy daß wir sie kennen, odernicht kennen. Die andre Empfin-dung erfolget niemals, als nach ei-ner Bestrebung die Sache zu erken-nen, weil sie eine Würkung dieserBestrebung ist. Das Urtheil aberhat nie statt, als da, wo wir denvorhandenen Gegenstand gegen einUrbild halten, und die größere odergeringere Ucbercinsiimmung damitemdekcn.
Wenn nun die Frage aufgeworfenWird, wer über XVerke Oes Ge-sckmaks oder Oer schonen Rünste0er beste Richter sep, so müssen wir,den hier entwikelten Begriffen zufolge,diese Frage in drei) andere zertheilcn:i. Wem soll man am meisten trauen,wenn er nach den mechanischen Ein«drüken, die das Werk auf ihn macht,es rühmet oder tadelt? 2. WessenUrtheil soll vorzüglich gelten, wennes darauf ankommt zu entscheiden,ob es einen Werth hat, in Absicht aufdie zweyte Art der Empfindung?z. Wer ist der zuverlässigste Richterüber Wie Vollkommenheit, oder Un-vollkommcnheit eines Werks, in sofern es einem gewissen Urbild oderidealen Muster entsprechen muß?
Die erste Frage wird also beant-wortet: Jeder Mensch, der demWerk gehörigeAufmcrksamkeit zuwen-det, und fo viel Besonnenheit hat,daß er seiner eigenen Empfindun-gen gewiß ist, muß gehört werden.Wenn wir nicht die Natur einer Un-beständigkeit beschuldigen wollen, der
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sie gewiß nicht schuldig ist: so müs-sen wir annehmen, daß die noch na-türlichen Menschen, die durch Ge-wohnheit und Lebensart, noch keinenbesonder» Hang angenommen ha-ben, überall gleichmaßig empfinden.Jedes Urthcil (wenn man den Aus-spruch, daß man angenehm oder un-angenehm gerührt werde, ein Urthcilnennen kann) ist richtig: aber Ge-wohnheit und Lebensart ändern sehrviel darin ab. Dieser Mensch hatnoch rohe, ungeübte Sinne; derandre hat sein Gefühl schon durchlange Ucbung geschärft. Ihm istnun schon angenehm, was der erstenoch gar nicht fühlt; ihm ist dasschon zu roh und hart, was dem er-sten gerade recht ist. Sie gehen nunin ihren Urtheilcn von einander ab.Nicht deßwegen, daß die Gründe derEmpfindung verschieden seilen; dennehedem urtheilte der nun feinere Ken-ner eben so, wie itzt der noch un-geübte; sondern weil jeder das An-genehme nur dann empfindet, wenner das Maaß der ihm gewähnlichenStärke hat.
Hier kann man also nicht fragen,wer am richtigsten urtheile, fondernwer den fcinesten Geschmak habe.Der gemeine Mann, der in seinenLustbarkeiten noch roh ist, lobt dieComödie, darin er rohe Scherzeund etwas grobe Lustbarkeiten findet.Auch der feinere Kenner lobce sie ehe-dem; itzt aber, da er schon feiner em-pfindet, erwartet er feinere Scherze,und Lustbarkeiten, die ihn auch nichterschüttern. Dieser hat also Rechtdie feinere Comodie, jener die roherezu loben. Aber der Kunstrichcer, derüber die Comodie urtheilt, mußRük«ficht auf den Zuschauer haben. Erkann die rohere Comodie loben, wennsie für rohere Zuschauer bestimmt,und die feinere, wenn sie für feinereMenschen gemacht ist. Obgleich alsodie Empfindung des Vergnügens,von dem hier die Rede ist, ganz mc-A 5 chanisch,