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Alexander von Humboldt's Reisen und Forschungen : eine gedrängte Erz. seiner Wanderungen in d. Aequinoctial-Gegenden Amerikas u. im asiat. Rußland
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einen ausgedörrten und staubigen Anblick. Die Anhöhe,ans welcher das Fort St. Antonio steht, ist ebenfalls nackt,und besteht aus Kalk-Breccie, worin Sccuiuscheln enthal-ten sind.

Südwärts, in der Ferne, wird die Aussicht durch einelange Reibe nncrsteiglicher, ebenfalls aus Kalkstein gebilde-ter Berge bcgränzt. Diese Bergkette ist mit majestätischenWäldern bekleidet, die sich längst des abhängigen Bodensau ihrer Basis bis zu einer offenen Ebene in der Nach-barschaft von Cumaua erstrecken. Durch diese Ebene nimmtder Fluß ManzanareS, dessen Ufer mit Mimosen, Erythri-uen, Eubas und andern Bäumen von riesenhaftem Wüchsebesetzt sind, einen geschlängcltcn Lauf nach dem Meere.

Dieser Fluß, dessen Temperatur in der Fluch-Zeit auf71herabsinkt, wenn die der Luft 91° beträgt, ist eine un-schätzbare Wohlthat für die Einwohner, die sämmtlich, selbstdie weiblichen Glieder der reichsten Familien nicht ausge-nommen, schwimmen lernen. Tie Art zu baden ist ver-schiede». Unsere Reisenden besuchten jeden Abend einesehr achtbare Gesellschaft in der Vorstadt der Guayqueirier.Bei schönem Mondlichtc wurden Stühle in das Wasser ge-ßellt, worauf Damen und Herren in leichter Beklei-dung saßen. Tie Familie nebst den Fremden brachte meh-rere Stunden im Flusse zu, wobei sie Cigarrcn rauchten,und über die gewöhnlichen Gegenstände der Unterhaltungz. B. die außerordentliche Dürre, den Uebersluß an Regenin den benachbarten Districten, und den weiblichen Luxus,welcher in Caraccas und Havanna!) herrscht, mit eianderplauderten. Tie Gesellschaft ließ sich durch die Bavas,oder kleinen Krokodille, die blos drei oder vier Fuß langund jetzt außerordentlich selten sind, nicht im geringsten stö-ren. Humboldt und seine Begleiter stießen im Manzana-res auf kcins derselben; wohl aber sahen sie eine großeMenge von Delphinen, welche zur Nachtzeit in den Flußherauf kamen und die Badenden durch das Ausspritzenvon Wasser durch ihre Nasenlöcher erschreckten.