UEBEKSICHT UEBEli DIE CONCLUSA DER PHILOSOPHISCHEN FACULTÄT.
LXXXV
Störungen des Unterrichts. Wegen Pest kann das Baccalariatsexamen um Michaelisnicht ahgehalten werden 191, Verhandlungen über Verlegung der Universität wegen der Pest. Be-stimmungen über die Lectiunen und Excrcitien, die von den geflüchteten Magistern auswärts gehaltenwurden 424, 425, es sterben 8 Scholaren, darunter 7 Leipziger, an der Pest 427, Beschluß überfrühere Ansetzung des Examens wegen der Pest gefaßt 541, wegen Krieges werden keine Promo-tionen abgehalten, die Universität nach Meißen verlegt 699.
Streitigkeiten zwischen Studenten wegen eines Thomasschülers und eines Hausfriedens-bruches im Peterscollegium 480, zwischen der Facultät und dem Rector wegen der Recommendationder Magistranden 586, wegen Uebergehens mit der Einladung bei dem Doctorschmaus der Juristen-facultät 591.
Tentamen magistrandorum s. Examen.
Thesen. In den Thesen hat man sich aller Schmähungen gegen andere Magister bei einerStrafe von 3 Gulden zu enthalten, desgl. aller Angriffe gegen die christliche Religion 445, Vorgehengegen Verbreitung von Schmähgedichten 613.
Vermögen der Facultät. Gekauft wird ein halber Stauf (stopa rnedia) und ein Krugzum Gebrauch der Magister beim Examen 447, Sixtus Pfeffer von Donauwörth schenkt einen Becherzum Gebrauche des Decaus 448, Johann Wag von Halle vermacht der Facultät eine Rente von60 Gulden 450, Georg Dottanius vermacht ihr zwei silberne Becher und einen Krug, der zwei Leip-ziger Maß faßt, 623, die Facultät besitzt 5 Becher, ein Inventar wird angelegt mit den Namen derSchenkgeber 624, Virgilius Wellendarffer vermacht der Facultät 5 Gulden 628, Heinrich Gottschalckschenkt ihr 6 Gulden, die zu einem Becher verwendet werden, 643, Vermögenslage der Facultät imS. 1532, die Einkünfte betragen 310, die Ausgaben 316 Gulden, in 7 Jahren hatte man 200 Goldguldenzugesetzt, in 14 Jahren mußte das Vermögen erschöpft sein 621, der Vermögensverfall nimmt zu, dieBecher, die man vor einigen Jahren verpfändet hatte, müssen verkauft werden 679, Zusammenstellungder Einnahmen und Ausgaben, das Einkommen beträgt 1068 Gulden, die Ausgaben 1078 Gulden8 Gr. jährlich 712.
Vorlesungen, Lectiones und Exercitia. Die Vertheilung der Exercitien erfolgt durchsLoos 494, die Electores der Lectoren werden durchs Loos rnore consueto bestimmt 526, es wirdverboten, daß sich Jemand selbst zum Lector wählt, die Wahl ist hinfällig 637, Aenderung der Vor-lesungen und des Wahlmodus der Lectoren 667, die Lectiones minores können nicht mehr anders ver-geben werden, weil wegen des Krieges Lehrer und Schüler fehlen, 700, neue Mutatio doctrinae publicae,von Joachim Camerarius entworfen 747 ff., die Lectoren werden für jede ohne Grund versäumteVorlesung mit 1 Gr. Strafe belegt 550, Caspar Börner verliert die Vorlesung über Sphaera, weil erresignirt 584, Erasmus Pachhelbel von Egra verliert die Vorlesung über Albertus Magnus, weil erheirathet, 584, Reusch seine Vorlesung aus demselben Grunde 599. — Mag. Martinus Schlautitz hatdas Exercitium veteris artis erhalten, bat aber um ein anderes Exercitiiun, da er um 8 und 9 ju-ristische Vorlesungen hörte, die er nicht versäumen wollte. Der Decan und die Senioren gestattetenausnahmsweise einen Tausch, denn in der Regel mußte der Magister, wenn ihm die Zeit nicht paßte,resigniren. Schlautitz fand Niemand, der zum Tauschen bereit war, und behielt daher das Exer-citium veteris artis, das um 9 Uhr stattfand, 468, die Magister sollen an Fest- und Sonntagen vordem Essen nicht lesen oder resumiren 469, neuberufenen Professoren wird sofort Auditorium undStunde für die Vorlesung bestimmt 680. — Nach der Reformation des Herzogs Georg sollen dieHauptvorlesungen gratis gelesen werden und die Professoren dafür ein festes Honorar erhalten 389,es handelte sich bei diesen Gratis-Vorlesungen zunächst nur um einen Versuch, man wollte Zusehen,ob die Magister auch ohne Collegiengelder fleißig seien, und ob die Facultätskasse auf die Dauerdie Kosten aufzubringen vermöge, 398, über die Deckung der Kosten der Vorlesungen 395, 398, dasHonorar für die Exercitia soll für’s nächste Semester erhöht werden 436, wer ein von der theo-logischen Facultät honorirtes Collegium liest, soll von den Artisten für das Semester 1 Gulden mehr