VORWORT.
Eine wcrtkvolle Ergänzung zu der Matrikel der Leipziger Universität geben die Verzeich-nisse der in den vier Facultätcn vollzogenen Promotionen. Aus ihnen gewinnen wir ein anschaulichesBild von der Arbeit, die an der Hochschule geleistet worden ist, denn nicht sowohl die Menge derInscriptionen als die Zahl der Promotionen, die das Ziel aller Studien bildeten, legte vordemberedtes Zeugnis von dem Eifer ab, mit dem man sich der wissenschaftlichen Thätigkeit widmete.Zugleich aber bilden diese Verzeichnisse eine reiche Fundgrube für die deutsche, insbesonderesächsische Gelchrtcngeschichte. Schritt für Schritt vermögen wir an ihrer Hand die wissenschaft-liche Laufbahn einer großen Reihe der namhaftesten Gelehrten, Geistlichen, Beamten und Staats-männer zu verfolgen.
Bei der hohen Bedeutung, die die Leipziger Universität in der Geschichte der gelehrtenBildung Sachsens und ganz Deutschlands, wie auch der nordischen Staaten gehabt hat, lag es nahe,daß man ihren rromotionsverzeichnissen frühzeitig die gebührende Aufmerksamkeit zuwandte. DasVerdienst, auf die Bedeutung der Matrikel der philosophischen Facultät hingewiesen zu haben, ge-bührt unter den Neueren E. G. Gersdorf, der in einer Abhandlung „Die Universität Leipzig imersten Jahre ihres Bestehens“ die Liste der im Jahre 1409 und 1410 promovirten Magister undBaccalarien abdrucken ließ 1 ). Mor. Willi. Drobisck behandelte hiernach die Promotionsverzeichnisseder philosophischen Facultät vom Standpunkte der Statistik und stellte die Zahl der Baccalarienund Magistri für die einzelnen Jahre wie die Durchschnittsziffern für die Jahrzehnte bis zumJahre 1549 fest 2 ). Die Ergebnisse dieser Untersuchung hat dann E. G. Gersdorf einer Nachprüfungunterzogen, wobei er Gelegenheit nahm, die Matrikel der philosophischen Facultät namentlich zurBeantwortung der Frage, wie lange das Studium dauerte, heranzuziehen und einige Scholaren inder Erwerbung der Facultätsgradc zu verfolgen 3 ).
') Bericht vom Jahre 1844 an die Mitglieder der deutschen Gesellschaft zur Erforschung vaterländischerSprache und Altcrthümor in Leipzig, her. von Karl Aug. Espe (Leipzig 1844) 56 ff.
2 ) Neue Beiträge zur Statistik der Universität Leipzig innerhalb der ersten hundert und vierzig Jahreihres Bestehens in den Berichten Aber die Verhandlungen der König! Sachs. Gesellschaft der Wissensch. zu Leipzig.Bhilol..-hist. CI. 1849 (Leipzig 1849) I, 69 ff.
“) Beitrag zur Geschichte der Universität Leipzig. — Die Rectoren der Universität Leipzig. Leipzig 1869.
COD. DIPL. SAX. II. 17. I)