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2 (1897) Die Promotionen von 1409 - 1559
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DIE PHILOSOPHISCHE FACULTÄT.

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Irrtliiimer hinsichtlicli des Promotors herbeigeführt. Die Aemlerung hinsichtlich der Nationscin-theilung, die Herzog Georg im Jahre 1520 verfügte, hatte zur Folge, daß schon vom S. 1520 an diejenen Landschaften, die den Polen und Sachsen zugewiesen wurden, früher angehörenden Meißnerund Bayern von Magistern der polnischen und sächsischen Nation promovirt wurden. Der erste,der durch diese Verfügung getroffen wurde, war der Baccalar Jodocus Sorer von Ivamenz, den, ob-wohl er als Meißner inscribirt worden war, jetzt der Pole Martin Titz von Jauer promovirte 275 ).

Die Magister, die als Promotoren auftraten, sind in dem verloren gegangenen Autiquus con-clusorum über, nach vielen Verweisen der Matrikel zu schließen, fortan regelmäßig genannt worden 376 ).Im W. 1462 nennt aber auch die Matrikel selbst bei den Magistern die Namen der Promotoren, vomS. 1465 geschieht dies auch bei den Baccalarien. In der Folge unterbleibt noch häufig die Angabeder Promotoren in der Matrikel und wird auf den Liber papireus verwiesen, aber allmählich setztesich doch der Gebrauch fest, auch in der Matrikel die Magister zu nennen, die die Determinationder Baccalarianden und die Inception der Magistranden geleitet hatten. Zum letzten Male erscheintdiese Angabe im W. 1542. Im S. 1543 erklärte die Facultät, der Brauch, daß der Candidat sichden Promotor aus seiner Nation wähle, nationalis illa promovendi consuetudo, sei durch die Re-formation des Herzogs Moritz von 1543 aufgehoben, und beschloß, daß die Baccalarien, die dasExamen bestanden hätten, in einem feierlichen Act von einem der Examinatoren oder vom Decanpromovirt würden, ehe Wahl des Promotors aber dem Consilium zustünde 277 ). Im W. 1543 findenwir trotzdem noch einmal die nach der Nation von den Candidateu gewählten Promotoren ver-zeichnet. Im S. 1544 ist dagegen die neue Ordnung durchgeführt worden, sind alle Baccalarien zuPfingsten von Christoph Montag, zu Michaelis von Caspar Landsidel promovirt worden. Und so hatman es auch im Folgenden gehalten, nur mit dem Unterschiede, daß seit dem Sommer 1546 derPromotor durch das Loos aus den vier Examinatoren bestimmt wurde 278 ). Auch bei den Magistran-den fiel nun die Wahl des Promotors weg. Als solcher erscheint in den Einträgen, wo er überhauptgenannt wird, zumeist der Rector, hier und da auch der Decan.

Der Act der Promotion wird von dem Baccalarianden als determinare, vom Magistrandenals incipere bezeichnet. Doch hat man auch andere Ausdrücke gebraucht. Johannes Curiebecke imS. 1465 sagt von den Baccalarienpresentati sunt. Einige Decane setzen auch nur zu dem Namendes Candidaton den des Magisters mit dem Zusatzeadmissus sub. Gregor Hildebrand, Decan desW. 1465, nennt sogar den rednerischen Act der Magistranden bei der Promotion determinare, unddarin folgt ihm Johannes Balckmacher im W. 1468. Seitdem aber hat man streng zwischen determi-nare und incipere unterschieden.

Die Reihenfolge der Candidaten war, wie wir sahen, genau bestimmt. Ursprünglich wurdensie nach der Zeit der Präsentation, später die Baccalarien nach der Zeit ihrer Inscription in dieMatrikel, die Magister nach der Zeit ihrer Erwerbung des Baccalariats eingetragen. Die neue Reihen-folge ist bei den Baccalarien seit S. 1421, bei den Magistern ungefähr seit W. 1431 durchgeführt worden.Ausnahmen in Einzelfällen kommen wohl vor, sind aber im Ganzen sehr selten. Sie haben ihren Grundin gelegentlichen Versehen des Decans oder in Fehlern, die früher bei der Zuweisung der neu irnma-trikulirten Studenten zu den Nationen begangen worden waren 279 ). Mehrere Male, w r ie im S. 1482, imS. 1483 bei der Pfingstpromotion, im S. 1485, im W. 1525 und im S. 1534 befindet sich die Reihen-folge in völliger Unordnung. Die Veranlassung hierfür ist in allen drei Fällen wohl dieselbe, überdie sich der Decan des S. 1485 Johannes Lireke deutlich ausspricht, indem er zu den Eintragungen

a75 ) Siehe S. 554.

276 ) Siehe z. B. zu W. 1461, S. 1462, W. 1465, W. 1470, W. 1472, S. 1474, W. 1475, W. 1471), W. 1490.

277 ) Siehe S. 673.

27s ) Siehe S. 693.

37 °) Größere Umstellungen finden sich z. B. im S. 1478, S. 1498, S. 1499 und S. 1502.

COD. DIPL. SAX. II. 17. i