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2 (1897) Die Promotionen von 1409 - 1559
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DIE PHILOSOPHISCHE FACULTÄT.

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Magnus Ilundt von Magdeburg. Hier sind der Jurist Andreas Hundt, der Theologe und MedieinerMagnus Hundt der ältere und der Medieiner Magnus Hundt der jüngere abgebildct worden.

Die Stürme der Reformation, welche die Bliithe der Hochschule vernichteten, ja ihren Be-stand in Frage zu stellen drohten, haben auch auf die Ausstattung der Facultätsmatrikel hemmendund zerstörend cingewirkt. Die Einzeichnungen wurden immer einfacher, ja dürftiger bewerkstelligt,und wie tief der Geschmack gesunken war, beweist die Eintragung des Johannes Musler im W. 1532,der, wie in der Univcrsitätsmatrikel, zu einem roh colorirteu Holzschnitt, den er einkleben ließ, anStelle einer kunstvollen Initiale seine Zuflucht nahm.

Als die religiösen Wirren geschlichtet worden waren und sich die Universität unter demsegensreichen Regimcnte der Herzoge Moritz und August eines neuen Aufschwunges erfreute, machtesich auch der Wunsch wieder geltend, die Decanatseinträge reicher auszuschmücken. Aber die alteKunstfertigkeit war verloren gegangen. Ueber stattliche große Semesterüberschriften und über reichausgezierte Wappen ist mau meist nicht hinausgekommen.

Weit einfacher hat man die Eintragungen im Liber papireus gestaltet. Selbst auf dieColumnenüberschriften hat man hier verzichtet. Erst Johannes Tuberinus, Decan im W. 1512, derseinen Amtsbericht im Liber pergameneus mit einem figurenreichen Bilde zierte, hat einzelne Zeilenseines Eintrags roth oder blau geschrieben und die großen Buchstaben roth durchstrichen. SeinemBeispiele ist dann, wenigstens in der Verwendung der rotlien Farbe, im S. 1513 Johannes Roggegefolgt. Nicolaus Apel von Königshofen, Decan im W. 1514, führte für Semesterüberschrift undColumncntitcl große stattliche Buchstaben ein, aber sein Beispiel hat nur vereinzelt Nachfolge ge-funden. In der Folge wurde der Iüber papireus sehr vernachlässigt. Die Eintragungen wurden flüchtigvorgenommen, ja bei einer ganzen Reihe von Semestern ganz weggelassen. Größere Sorgfalt verwandteerst wieder Leonhard Badeliorn im S. 1538, und sein Beispiel ahmten Ulrich Steudler im W. 1538,Jacob Lohetgehen im W. 1539, Johannes Regius im S. 1545 und Bartolus Richius im S. 1551 nach.Im Allgemeinen legte man indes auf die Ausschmückung der Papierhandschrift nur wenig Werth, undwenn der Decan des S. 1556 Moritz Steinmetz sein Semester mit einem hübschen Bilde, einen Stein-metzen bei der Arbeit darstellend, und einer schön geschriebenen Semestereinleitung zierte, so ist ermit diesem Versuche, der Papierhandschrift ein stattlicheres Aussehen zu verschaffen, allein geblieben.

Poetische Beigaben, an denen die Universitätsmatrikel im Zeitalter des Humanismus sein-reich war, fehlen auch in den Facultätsmatrikeln nicht. Mit einem kurzen poetischen Spruch schloßzuerst Jacob Schultcti im S. 1429 die Eiuzeiclmimgen seines Decanats. Im W. 1512 folgt ihm dannJohannes Beuschel von Rothenburg, Tuberinus genannt, der in wenig anmutliendeu Versen einenkurzen Bericht über sein Decanat ablegt und dabei nicht zu erwähnen vergißt, daß er in Rothenburgan der Tauber geboren ist und die Facultät ihm zum Drucke seines Gedichts Musithias 30 Guldengegeben hat. Auch Henning Pyrgallus im S. 1517, Magnus Ilundt im S. 1521, Leonhardus Schachtim S. 1524, Johannes Reusche im W. 1524, Georg von Soda im S. 1527, Johannes Spremberg imW. 1537, Joachim Camerarius im W. 1544, Johannes Sinapius von Weissmain im W. 1546, AntoniusGlining von Berlin im S. 1549, Bartolus Richius im S. 1551, Ernst Bock im S. 1559 haben lateinischeVerse ihren Eintragungen beigefügt. Zu griechischen Distichen haben sich Georg von Soda imS. 1527, Caspar Gesclikau im W. 1533 und Joachim Camerarius im W. 1544 aufgeschwungcm DerInhalt der Verse ist meist sehr dürftig. Es wird Gott gedankt für die Amtsführung, Bezug auf dasWappen des Decaus genommen, in einzelnen, aber seltenen Fällen der Zeitereignisse gedacht.

Wie in der künstlerischen Ausschmückung, so steht auch der Liber couclusorum der De-canatsmatrikel in der Beigabe von Gedichten nach. Man hat es im Allgemeinen nicht für nötliiggehalten, diese auch hier eiuzutragen.

Ueber die Zeit, wann der Decan seine Eintragungen gemacht hat, kann kein Zweifel sein.Da Promotionen das ganze Semester hindurch stattfanden und auch Beschlüsse zu jeder Zeit gefaßtwerden konnten, so wartete der Decan stets mit der Eintragung bis zum Ende seines Amtes und

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