I.
EINLEITUNG.
Correcturcn unverständlich zu machen 152 ). Man wird annehmcn dürfen, daß diese Aenderungen vonJemandem herrührten, der sich durch den eingetragenen Beschluß verletzt fühlte.
Die Einrichtung und Ausschmückung der Matrikel der philosophischen Facultät ist imGroßen und Ganzen die gleiche wie die der Univcrsitätsmatrikel, und wie jene, so legt auch siedurch den größeren oder geringeren Schmuck der Eintragung von der glänzenden Entwickelung derHochschule und ihrem Rückgänge Zeugnis ah. Auch sie ist auf zwei Spalten angelegt, doch werdendie Conclusa zumeist über die Seite laufend eingetragen. Im 16. Jahrhundert nimmt die Sitte mehrund mehr überhand, auch die Listen der rromovirten in einer Spalte zu schreiben.
Anfänglich ist die Ausstattung noch überaus bescheiden. Die Cohmmentitel werden mitrother Farbe geschrieben und die großen Anfangsbuchstaben der Einträge rotli durchstrichen. Dochwird, wie im S. 1416 und W. 1423, selbst auf diese Ausschmückung verzichtet. Sitte war cs auch,mit den Eintragungen auf einer neuen Seite zu beginnen, um so die Eintragungen eines Semestersbesser übersehen zu können, jedoch kommt cs auch vor, daß das Semester mitten auf der Seite be-ginnt und dann auch der Cohmmentitel mitten auf das Blatt gesetzt wird. Von dem Decanat desJohannes Ermelreich im S. 1434 hört das Rubriciren auf, beginnt aber von Neuem mit dem DecanatCaspar Weigels im W. 1439, wenigstens für die Colunmenüberschriften. Johannes Wyse von Rostock,Decan des S. 1447, ließ zuerst die Semesterübersckrift über die ganze Breite des Blattes laufen.Dies wurde fortan die Regel. Die Namen der Rromovirten blieben dabei meist in zwei Cohunnengeordnet. Johannes Milla hat im Winter 1465 einmal drei Cohunnen angewendet, aber sein Vorgangblieb ohne Nachfolge. Nicht selten finden sich die Namen in einer Columnc, namentlich dort auch,wo eine Bemerkung über die Magister, unter denen die Promotion begann, daneben geschrieben ist,ohne daß dabei die Magister selbst genannt werden.
Gegen Ausgang des 15. Jahrhunderts macht sich das Bedürfnis geltend, wie die Matrikel derUniversität, so auch das Verzeichnis der Rromovirten künstlerisch auszugestalten. Im Sommer 1471schrieb Andreas Dhcnc von Soldin die Colunmenüberschrift zuerst in blauer Farbe, der Farbe seinerNation, aber der Gebrauch, je nach der Nation mit der Farbe zu wechseln, den wir in der Universi-tätsmatrikel fanden, führte sich hier nicht ein. Im Winter 1475, unterm Decanat des Johannes Lintzvon Göttingen, ist die Colunmenüberschrift in abwechselnd blauen und rotlien Buchstaben kunstvollgegeben worden. Der Sachse Johannes Lireke im S. 1483 bediente sich wenigstens für den Cohmmen-titcl, der an das Ende von Bl. 110 gesetzt worden ist, der blauen Farbe und ließ den Cohmmentitel,der auf der nächsten Seite folgt, mit einem D in blauer Farbe beginnen, während der MeißnerNicolaus Heyn er von Dresden im S. 1490 auf Bl. 132 für die Colunmenüberschrift grüne Farbe ver-wendete, aber dieser erneute Anlauf, die Farben der einzelnen Decanatsüberschriftcn nach der Nationzu wählen, ist ohne Erfolg gewesen. Im Allgemeinen wechseln nur die Farben rotli und schwarz.Doch bemühte man sich fortan, die Einleitungsworte der einzelnen Decanate zierlicher auszu-schmücken. Schon Johannes Lireke begann, nachdem der Liber pergameneus den jetzigen Einbanderhalten hatte, im S. 1485 dem Cohmmentitel mit einer Initiale D in Blau auf Gold größeren Schmuckzu verleihen. In den nächsten Jahren folgen dann zum Tlieil recht geschmackvolle Initialen, anfangsin zierlich abgetöntem Blattwerk auf farbigem, meist goldenem Grunde, dann aber, seit S. 1497, er-scheint in den Initialen auch figürlicher Schmuck. Zumeist wird der Namensheilige des Decans indie Initiale gestellt. Die schönsten Darstellungen finden sich an der Wende des 15. und 16. Jahr-hunderts, aber sie lassen sich mit denen der Universitätsmatrikel nur in seltenen Fällen vergleichen,und sehr bald werden die Initialen auch wieder dürftiger, oder man läßt für sie Platz, vergißt ihnaber auszufüllen. Höchst interessant ist die Darstellung zum W. 1512, zum Decanat des JohannesTubcrinus, ein Bild der neun Musen, die, verschiedene Instrumente spielend, in einem Spring-brunnen baden. Ilervorgelioben zu werden verdient auch das Bild zu S. 1521, zum Decanat des
16ä ) Siehe S. GIB.