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2 (1897) Die Promotionen von 1409 - 1559
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XLVII
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DIE PHILOSOPHISCHE EACULTÄT.

XLVII

Band als noch vorhanden erwähnt.Viele, so heißt es hier,in antiquo oonolusorum libro sub de-canatu magistri Herrn anni Vulco fol. 55. Damals also war der Band noch im Gehranch. DerUmstand aber, daß V ulkos Decanat auf Bl. 55 stand, während es in der erhaltenen Matrikel aufBl. IG' eingetragen worden ist, beweist zur Genüge, daß die Papierhandschrift viel reichhaltiger warals die Pergamenthandschrift und jedenfalls auch die hier nicht eingetragenen Semester enthielt 110 ).Aus der Papierhandschrift war man damals noch im Stande, auch das Verzeichnis der Decane, dasin der Matrikel M Platz gefunden hat, zu ergänzen 111 ).

Der zweite Band des Liber papireus, von mir C genannt, der jetzt die Signatur X trägt,enthält 287 um die Mitte des 16. Jahrhunderts numerirte Blätter von 31 ctm Höhe und 21 ctmBreite und ist in einen Umschlag aus Schweinsleder geheftet, der durch drei aus braunem Lederbestehende Querstreifen verstärkt worden ist. Auf der Außenseite des Vorderdeckels befindet siebdie Aufschrift von der Hand des Andreas FreihubcNovus conclusorum liber 1 ' 12 ). Auf der mitPapier überklebten Innenseite liest man die von der Iland Tkannnüllers eingetragenen Worte:Con-elusum dccano Szoda anno 1527 ex albo faeultatis transscriptum: In libros facultatis nidli decanolicet quiequam referre, quod non antca senioribus octo et exeeidoribus probarit et ostenderit. Danebenist angemerkt worden: Statutum SO sedionis 2 idem mandat. Darunter stellt eine Notiz über dieStiftung eines Vermögens von 4000 Gulden, die Bischof Melchior von Brixen im Jahre 1503 zuGunsten der Universität gemacht hat 113 ): Anno domini millesimo quingentesimo tcrcio ultima dieMali gratiosus presul dominus Melchior Brixiensis civitatis elcdus in card.inalem est, qui facultatitheoloice et facultati arcium donavit quatuor milia flor., supefi quibus in annuis redditibus prenomi-nate facidtates ducentas obtinent flor ., quos magnificus vir dominus doctor Ilaynis a sua gratiaeodem anno facultatibus universitatis impetravit super expensis faeultatis ctrtium, quos census . . .iuxta litteras ac consensum illustris qmneipis . . . proscripscrunt [?], quarum tenor litterarum in facul-tate . . . decanatu magistri Iohannis Sq>erbers . . . Im Uebrigen ist das Papier abgerissen, wodurchauch noch eine andere Notiz mit Ausnahme mehrerer, keinen Sinn ergebender Wörter zerstörtworden ist. Auf dem angeklebten Papierblatt der Innenseite des hinteren Deckels liest man: Uui-vei-sitatis famulus Gangolphus obiit anno XXXIX tempore pestis post nundinas S. Michaelis. Cuiusbona , videlicet aedis ad Bcrnhardi collegium sitas, facultas Saturni die ante ferias Simonis ac lüdearresto per Valentinum famulum obstrinxit, eo quod creditam sibi pecuniam non reddidissd. Eineandere Hand hat darunter bemerkt: Solutio est facta sub decanatu, Melchioris Wolneri.

Der Novus conclusorum liber beginnt mit dem W. 1501, dem Decanat des Martin Meyen-dorn von Hirschberg. Doch ist über der Eingangsformel noch ein Conclusum vom 22. Decemberunter der UeberschriftIn nomine domini Amen. Sub decanatu magistri Martini de Ilirsbergnachgetragen worden. Die Handschrift schließt mit dem W. 1558. Aber sie ist für die dazwischenliegende /eit keineswegs vollständig. Vielfach mochte es den Decanen lästig sein, die Eintragungendoppelt zu machen oder machen zu lassen. Sie begütigten sich daher mit den Einzeichnungen imLiber pergameneus. So fehlen im Novus conclusorum liber: W. 1506, S. 1526, S. und W. 1527,S. und W. 1528, S. 1521), S. 1530, S. und W. 1531, W. 1534, W. 1540, W. 1544, S. 1550, W. 1552und W. 1556. In den meisten Fällen hat die Absicht bestanden, das Fehlende noch zu ergänzen,und ist dafür Platz gelassen worden. An einzelnen Stellen des Liber pergameneus hat man sogarauf diese Einträge in der Papierhandschrift bereits verwiesen. Aber zur nachträglichen Einzeichnungist es dann doch nicht gekommen.

14(l ) Dieser Schluß bleibt auch dann richtig, wenn sich jene Notiz auf das 2. Decanat Wulkos im S. 1435bezieht, denn die Einträge dieses Dccanats befinden sich in M erst auf Bl. 24.

U1 ) Siebe oben S. xlv.

142 ) Zarncke, Urkundliche Quellen, findet diesen Titel im Ganzen wenig passend. Er wußte nicht, daß dererste Band Antiqnus conclusorum liber nach der Anlage des zweiten genannt wurde.

143 ) Stubol, Urkundenbuch 294 ff.