DIE PHILOSOPHISCHE EACULTÄT.
XLV
Decane an, das aber schon mit 106 Dionysius Flegk von Borna schließt. Als einzige Quelle dientedem Schreiber offenbar die Pergamenthandschrift, denn überall hat er eine Lücke gelassen, wo dortein Decanat nicht eingetragen worden war. Das Verzeichnis wurde später von dem Decan des S. 1545Johannes Regius von Stassfurt fortgesetzt. Er kam auf derselben Seite bis zu 159 Martinus SpornFranckfordensis, und da er keinen Platz mehr hier fand, so setzte er darunter: „ Reliquos reguire infine Jmius libri .“ Er fuhr dann auf der Vorderseite des Hinterdeckels in zwei Columnen fort undschloß mit 209 Johannes Rogghen de Brunschwig. Noch hat er die Zahl 210 geschrieben. DieIland des Decans Blasius Thammüller (S. 1546) hat später hinzugesetzt: „ Quere in altero eoquenovo Albol
Die Lücken, die die erste Iland gelassen hatte, füllte übrigens Regius, vermuthlich nachdem weiter unten zu beschreihenden Liber papireus, aus. Auch trug er auf Bl. 113' und 114' dieNamen der Decane Ileideler und Theyn ein, welche die Einzeichnung ihres Decanats verabsäumthatten. Ganz fehlerlos ist indes diese Liste der Decane nicht. Nach 165 überschlägt Regius eineZahl, so daß die folgenden Decane um eine Nummer zu hoch gezählt worden sind. Ein von andererHand daneben gesetztes rothes NB macht auf dieses Versehen aufmerksam. Auch schiebt er irr-thiimlich zwischen 173 Sehastianus Czimmerman de Braudenburga und 174 Nicolaus Czeler deWratislavia den Decan des S. 1496 Nicolaus Heune ein, der nach Czeler seinen Platz finden mußte.
Auf der Rückseite des letzten Blattes 224' hat man die Namen solcher Promovirten ein-getragen, die der Facultät die Promotionskosten schuldig geblieben waren, und von denen ein Thcilspäter Zahlung geleistet hat 137 ).
Der zweite Band, N von mir genannt, hat ebenfalls die Form, in der er heute vorliegt, nichtsogleich erhalten. Petrus Wirth von Löwenberg, der ihn im W. 1513 begann, begnügte sich vorerstmit einem Heft von 6 Blättern. Godehard Liideri fuhr im S. 1515 mit einer neuen Lage von8 Blättern fort. Johannes Langer von Bolkenhain, der Decan des W. 1515, endlich entschloß sichzur Anlage eines neuen umfänglichen Bandes, der aus Lagen von zumeist 6 Blättern zusammen-gestellt wurde. Dieser neue Band zählt 182 Pergamentblätter von 28 ctm Höhe und 20 ctm Breiteund enthält die Promotionen bis zum Decanat des Fabianus Sommer exThermis Carolis im W. 1565einschließlich.
Der Einband, den Langer herstellen ließ, besteht aus starken, mit dunkelbraunem, ge-preßtem Leder überzogenen Holzdeckeln, die auf der Hinter- und Vorderseite mit je fünf Messing-buckeln, an den Ecken mit Messingbeschlägen und mit Schließern aus demselben Metall versehensind. Der Rücken ist, wie bei M, im vorigen Jahrhundert neu ersetzt und mit einem Titelschildausgestattet worden, das in goldener Schrift auf rothem Grunde den Inhalt angiebt: MATBI-CULA | FAC. PHIL. | VOL. II \ AB Ao. 15U—1565. Auf der Rückseite des Vorderdeckelsfindet sich in der Schrift des ausgehenden 16. Jahrhunderts die Notiz, die uns über das Entstehendes Bandes Aufschluß giebt: „ Liber iste seeunclus deeanatuum, et in artibus promotionuni studii Lvp-sensis eompaginatus est sub decanatu magistri Iocmnis Langer Bolkenheinensis anno dornini millesimodecimo sextol
Auf der Vorderseite des hinteren Deckels hat Regius das Verzeichnis der Decane in zweiColumnen weitergeführt. Es beginnt mit 210 Petrus Wirth de Lembergk, der, allerdings von einerfremden Hand, nachgetragen worden ist, und endet in der zweiten Cohunne mit 273 Joannes RegiusStaßfordianus. Von 274 Constantinus Pflüger Glogoviensis an beginnen eigenhändige Eintragungender Decane. Doch hat mancher seinen Namen einzuzeichnen vergessen und haben ihn sorgfältigereNachfolger nachgetragen. Den Schluß macht 314 Magister Fabianus Sommer ex Thermis Carolis,mit dessen Decanat das Buch schließt.
m ) Siche S. 486.