sscht hervorzugehen. Hatte Jemand z. LZ. 6900 Garben Getreide-Einkunft,so blieben ihm, wenn er auch 400 Garben Erstlinge gab, bei der ersten Ver-zelntung 5310, bei der zweiten 4779 und bei der dritten noch 4302 Gar-bek, also über zwei Dritttheile seiner Einkunft selbst im Zehentjahre. DerAbzang eines Dritttheils seines Einkommens kann nicht als drückend erschei-nen, da die übrigen Abgaben äußerst unbedeutend waren, und wenn man be-denkt, daß nur der erste Zehent eine reine Abgabe war, der zweite und drittescinr Bestimmung nach mehr zu den Ausgaben für Vergnügen als zu den«zeitlichen Abgaben zu zählen ist. Die Zehentabgabe blieb übrigens demGcnissen überlassen. Daß die Israeliten in Zeiten, wo die Beobachtungdes Gesetzes überhaupt nachzulassen anfing, auch in der Verabreichung desZehmts lässiger wurden, rügen die Propheten (vgl. Mal. 3, 8). In denspätisten Zeiten hielt die pharisäische Sekte sehr auf genaue Vcrzehntung,und die Rabbincn nannten den Zehent einen Zaun um den Reichthum.
101.
Eine Abgabe, welche die Israeliten dem Gottkönige zum Heiligthumcenüichten mußten, war auch die des halben Eckels. Sie war ursprünglichnicht jährlich, sondern nur bei Volkszählungen auserlegt, und sollte von je-dem Manne von zwanzig Jahren und darüber erlegt und zum Tempclschatzhinterlegt werden (2. Mos. 30, 12). Während des Zuges durch die Wüstewurde diese Abgabe nur zweimal gegeben (2. Mos. 38, 25. 4. Mos. 1), daauch das Volk nur zweimal gezählt ward. Unter David fand wieder eineZählung statt (2. Kön. 24), aber von Erhebung des halben Eckels wirdnichts erwähnt, so wie auch die ganze Zeit der Könige hindurch nichts da-von verlautet. Nach der babylonischen Gefangenschaft wurde eine jährlicheTempelsteuer zu ^ Sekel festgesetzt (2. Esdr. 10, 32), welcher dritte Theilaber spater, wann und wie ist unbekannt, wieder zur Hälfte ward im Wcrthedes doppelten Drachma (Matth. 17, 24). Diese Abgabe, die jeder Erwach-sene jährlich geben mußte (Joseph. Flav. Alterth. III. 8. 2. XVIII. 9. 1),war nicht zur Besoldung der Priester und Leviten bestimmt, sondern bliebim Tempelschatze und ward zur Reparatur des Tempels verwendet.
102.
Zu den Zeiten Josucs, der Richter und selbst der ersten zwei KönigeSaul und David leisteten die Israeliten außer den Gaben zum Heiligthumc