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Lfg. 15 (1840) oder: Handbuch der biblischen Alterthumskunde / von Jos. Frz. Allioli ; 1. Lfg.
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die Gekreuzigten noch vor Sonnenuntergang vom Kreuze zu nehmen. Dasie um diese Zeit gewöhnlich noch lebten, erhielten die gekreuzigten Judenden Gnadenstoß, welcher im Zerschmettern der Beine, einer auch sonst üblichenMißhandlung der Sklaven, oder dem Todesstiche bestand. Das Letzteregeschah bei unserm Heiland. Ein Kriegsknecht stieß mit einer Lanze nachseiner Seite, wahrscheinlich der linken, um das Herz zu treffen, was auchdaraus erhellt, daß nach dem Stoße Blut und Wasser floß, welche Beidenach der Beobachtung der Aerzte nur aus der linken Seite, dem Herzen undVorherzen kommen können. Ware Christus nicht schon vorher gestorbengewesen, so hätte er nach natürlichen Gesetzen durch diese Herzwunde sterbenmüssen (Eschenbach opus«. Mv6. äs soivatoro nou appmoutor seä vorsmortem.).

87.

Die Kreuzigung nennt Cicero (in Vorrom) crnäelissimnm st toter!-;,mnin supplicium, üb» osvulis uurikus ljuo et omni oo^itotiono dominumremovonclum. Die Martern derselben, die wirklich unaussprechbar seynmußten, hat der Arzt Richter (llissort. med. x. 37.) in folgender Weiseangegeben:

1) Die unnatürliche, gewaltsame Lage des Leibes mit auswärts gerich-teten Armen mußte eine ungeheure Folter seyn, besonders da nicht diegeringste Bewegung oder Zuckung geschehen konnte, ohne am ganzen Leibe,besonders aber an den durchbohrten Gliedern unsägliche Schmerzen zu fühlen.

2) Die Nägel waren an eben den Stellen durch die Glieder getrieben,wo viele reizbare Nerven und Sehnen zusammenlaufen, die theils verletzt,theils gewaltsam zerdrückt wurden.

3) Die verwundeten Theile, beständig der freien Lust ausgesetzt, mußtensich entzünden und nach und nach in Brand übergehen.

4) Das Blut, welches aus der linken Herzröhre durch die Pulsadernin alle Theile des Leibes getrieben wird, fand in den äußersten verwundetenTheilen nicht Platz genug, mußte häufiger nach dem Kopf, der frei war,zufließen, die Schlafadern unnatürlich ausdehnen, drücken, und so einenimmer zunehmenden Kopfschmerz verursachen. Wegen dieser Hemmung desBlutlauses konnte sich die linke Herzröhre auch nicht alles Blutes entladenund folglich auch nicht alles Blut aus der rechten Hcrzrühre aufnehmen,wodurch das Herz eine große Beklemmung und Beängstigung fühlen mußte.