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Tctrarchen ernannt. Diese Titel bedeuten nicht, was sie buchstäblich sagen;denn Archclaus war nicht Volkshcrrscher, er besaß nur Judäa, und auch dieübrigen waren nicht eigentliche Vierfürsten, Herrscher über den vierten Theildes Volkes, sondern hatten diesen Namen überhaupt als Herrscher über einenkleineren Theil von Palästina. Der Ethrarch durfte den Königstitel anneh-men (Matth. 2, 22.), nicht aber die Tctrarchen. Nachdem Judäa römischeProvinz geworden, schlug es Augustus zu Syrien, und setzte einen Procura-tor, Landpflcgcr darüber. Die römischen Landpfleger (^.^0^5) warenrömische Ritter oder Freigelassene des Kaisers. Sie wurden nicht von demSenat, sondern von dem Kaiser in die ihm vorbehaltenen Provinzen gesandt,nm die Steuern einzutreiben, die Gerechtigkeit zu pflegen und die gesammteausübende Macht zu verwalten. Sie hatten zu ihrer Verfügung sechsCohorten Soldaten., von denen fünf zu Cäsaräa am Meer und eine zu Je-rusalem in der Burg Baris lag, um den Tempel zu beherrschen. Die Land-pfleger hatten ihren gewöhnlichen Sitz zu Cäsarea; an den großen Festenjedoch zogen sie nach Jerusalem, um daselbst das Volk, das aus dem ganzenLande sich versammelte, zu überwachen (Matth. 27, 2.). Außer dem hohenRathe und dem Gerichte gestatteten die Römer den Juden auch noch Schieds-richter. Es wurden ihrer drei von den Partheien gewählt, einer von demKläger, einer von dem Beklagten, und einer von beiden. Diese Sittebehielten auch die Christen bei, und Paulus ermahnt, sich derselben zubedienen.
73.
Die römischen Kaiser hatten außer den Steuern noch die Einnahmedes Zolls. Diese war nicht den Procuratoren aufgetragen, sondern anrömische Ritter verpachtet, die daher publicum, a/zx-r^c-iua-, genannt wur-den. Sie blieben häusig zu Rom und hielten in den gepachteten Provinzenihre Beamte (portitores, exuctores vevtiAuliuiu.). In Judäa wurde diesePachtung auch Juden überlassen, wie denn Zachäus (Luc. 19, 2.) ein solcherZvllpächter (a/zxtrc3c-n-y5) und also vom hohen Range war; denn dierömischen Zvllpächter hatten gleichen Rang mit den römischen Rittern. IhreBeamte hießen Zöllner (?xXco„«t), in der Vulgata statt xorliturc8 veeti-Aulium — publicum genannt. Sie saßen in den Häfen und auf denLandstraßen in Zollbuden (rcil^nlov). (Matth. 9, 9.) Da sie, wie Cicerobezeugt, nicht so geneigt waren, ihre Herren, die Zollpachter zu betrügen, als' die Leute zu überhatten, so waren sie aller Orten verhaßt. Von den Juden