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Lfg. 15 (1840) oder: Handbuch der biblischen Alterthumskunde / von Jos. Frz. Allioli ; 1. Lfg.
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Nation schon aus allen Punkten geschlagen, Jerusalem schon gefallen war,kämpften die jüdischen Zeloten noch in den Mauern dieses nationalen Heilig-thums, und wäre nicht die verhängnißvolle Fackel darüber geschwungen wor-den, nie wäre römische Macht im Stande gewesen, die Juden in alle Weltzu zerstreuen. Selbst heute noch glaubt jeder Jude, daß mit der Erbauungdieses Heiligthums sein politisches Glück und sein messianisches Reich erstehe.Am großen Versöhnungstage blickt jeder mit thränendem Blick nach der zer-störten Stätte, und bittet um Erbauung des Hauses als dem einzigen Ret-tungs- und Vereinigungsmittel für die zerstreute Heerde Israels.

58.

Solomon brachte Israel auf den Höhepunkt seiner politischen undkirchlichen Größe; aber er wich ab von dem Wege des Rechts, und so wurdeschon unter seiner Regierung der Keim zur folgenden Entartung des König-thums gelegt. Er ging in die Gefahr, die in dem Königthume lag, dasReich nach der Weise anderer Weltreiche umzugestalten und den Gottkönigzu verlassen. Nach Art heidnischer Könige handelte er in den letzten Jahrenseiner Regierung willkührlich, und hielt sich nicht an das Königsgesetz, dasden Luxus der heidnischen Könige nachzuahmen verbot. Er hielt sich einzahlreiches Harem, indem er seine Kebsweiber bis tausend vermehrte. Ebensoführte er stolz auf seine Eroberungen Reiterei ein, und that auch hierin gegenGottes Gebot. Seine heidnischen Weiber wandten auch bald sein Herz vonJehova (3. Kön. 48.). Er gestattete nicht nur in den eroberten Pro-vinzen Götzendienst, sondern auch in Jerusalem, und erbaute den Götzen Tem-pel. Zu allem diesem kam noch der Druck, mit dem er sein Volk heimsuchte,die natürliche Folge seines Abfalls von Gott. So erhob sich bald der Geistder Unzufriedenheit in mehreren Provinzen des Reichs, und der Zorn GotteSbrach über Salomon herein. Es wurde ihm vorhergesagt, daß nur dieStämme Juda und Benjamin seine Erben bleiben, die übrigen zehn Stämmedem Jeroboam gegeben werden. Unter seinem übermüthigen Sohne erfülltesich diese Weissagung und das Reich David zerfiel in Juda und Israel.

^ 59.

Die Theilung des Reiches war ein weiterer Schritt zum Verfalle dertheokratischen Verfassung und des Reiches selbst. Zwar hätte immer auchbei dem Bestehen zweier Reiche die Beziehung aus den Gottkönig bleiben,