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Das Volk Israel war kaum seinen Feinden durch die allmächtige HandGottes entkommen, und die Steppen des steinigen Arabiens ein paar Tag-reisen hinabgezogen, als Moses im Namen Gottes den Grund zur neuenVerfassung legte oder vielmehr den alten Einrichtungen die weitere, zeitweiseEntwicklung gab. Am Fuße des Berges Sinai verkündete er dem Volke,daß Gott, Jehova, sein König seyn wolle, und sie ihm dagegen ein priester-liches Königreich, ein heiliges Volk seyn sollten (2. Mos. 19, 4—8). AllesVolk versprach Gehorsam, und erneuerte so den Bund, den der Herr schonmit ihren Vätern geschlossen hatte. Man hat diese Bundes-Erneuerung un-ter die gewöhnlichen Verträge gesetzt, und davon auch einen Beweis für dengesellschaftlichen Vertrag als Grund der geselligen Zustände hergenommen,aber mit großem Unrechte. Die göttliche, von Mose ausgesprochene Ordnungbedurfte keiner Bestätigung von Seite des Volkes, um dadurch zur Giltigkeitzu gelangen; denn die göttliche Ordnung ist abgesehen von jeder menschlichenAnerkennung nothwendig bestehend: aber sie bedurfte insoferne der Zustim-mung, als der Mensch auch das mit freier Wahl ergreifen soll, wozu erschon an und für sich verpflichtet ist.
33.
Nachdem der alte Bund erneuert, Gott als unsichtbarer König aner-kannt, das Volk als göttliches Eigenthum und pricsterliches Königreich vonGott angenommen war, übte auch Gott die oberste Gewalt in ihrer ganzenAusdehnung als oberster Gesetzgeber, Richter und Vollzieher.
Gott, oberster Gesetzgeber.
34.
Bald nach dem Abschluß des Bundes verkündete der unsichtbare König(2. Mos. 29, 1—20) unter Donner und Blitz von der Bergspitze des Sinaiden Decalog als das immerwährende Grundgesetz des theokratischen Staatesund übergab es dem Volke auf zwei steinernen Tafeln als die Lburts maAnnzum ewigen Denkmal (2. Mos. 24. 5. Mos. 27). Es laßt sich aus demhier zu beachtenden juridischen Standpunkte auf drei Grundgesetze zurück-führen :