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mit Hoffnungen genährt, deren Täuschung oft spät ersteintritt, wähnt jedes Zeitalter dem Kulminationspunkte imErkennen und Verstehen der Natur nahe gelangt zu sein.Ich bezweifle, daß bei ernstem Nachdenken ein solcher Glaubeden Genuß der Gegenwart wahrhast erhöhe. Belebender und derIdee von der großen Bestimmung unseres Geschlechtes ange-messener ist die Ueberzeugung, daß der eroberte Besitz nur einsehr unbeträchtlicher Theil von dem ist, was bei fortschrei-tender Thätigkeit und gemeinsamer Ausbildung die freieMenschheit in den kommenden Jahrhunderten erringen wird.Jedes Erforschte ist nur eine Stufe zu etwas Höherem indem vcrhängnißvollcn Laufe der Dinge.
Waö die Fortschritte der Erkenntniß in dem neunzehntenJahrhundert besonders befördert und den Hauptcharaktcr derZeit gebildet hat, ist das allgemeine und erfolgreiche Be-mühen den Blick nicht auf das Neu-Errungene zu beschränken,sondern alles früher Berührte nach Maaß und Gewichtstreng zu prüfen, das bloß aus Analogien Geschlossene vondem Gewissen zu sondern, und so einer und derselben stren-gen kritischen Methode alle Theile des Wissens, physikalischeAstronomie, Studium der irdischen Naturkräfte, Geologieund Alterthumskunde zu unterwerfen. Die Allgemeinheiteines solchen kritischen Verfahrens hat besonders dazu bei-getragen die jedesmaligen Grenzen der einzelnen Wissen-schaften kenntlich zu machen, ja die Schwäche gewisserDisciplinen aufzudecken, in denen unbegründete Meinungenals Thatsachen, symbolisirende Mythen unter alten Firmenals ernste Theorien auftreten. Unbestimmtheit der Sprache,Uebertragung der Nomenclatur aus einer Wissenschaft indie andere haben zu irrigen Ansichten, zu täuschenden