388
electrischen Wissens, das vorbereitet haben, was daö fol-gende Jahrhundert an großen Ansichten über die Constitutiondes Luftkreises und dessen meteorologische Veränderungen hatoffenbaren können. Die Idee specisisch verschiedener Gasartenwurde im siebzehnten Jahrhundert denen, welche diese Gasartenerzeugten, nie völlig klar. Man fing wieder an, den Unterschiedzwischen der atmosphärischen Luft und den irrcspirabeln,lichtverlöschenden oder entzündlichen Gasarten der Einmen-gung von gewissen Dünsten ausschließlich zuzuschreiben. Blackund Cavendish erwiesen erst 1766, daß Kohlensäure (sire Luft)und Wasserstoffgas (brennbare Luft) specisisch verschiedene luft-sörmige Flüssigkeiten sind. So lange hatte der uralte Glaubean die elementare Einfachheit des Lustkreises jeden Fort-schritt deS Wissens gelähmt. Die endliche Ergründung der che-mischen Zusammensetzung der Atmosphäre (die feinste Bestim-mung ihrer quantitativen Verhältnisse durch die schönenArbeiten von Boussingault und Dumas) ist einer der Glanz-punkte der neueren Meteorologie.
Die hier fragmentarisch geschilderte Erweiterung desphysikalischen und chemischen Wissens konnte nicht ohne Ein-fluß bleiben auf die früheste Ausbildung der Geognosie.Ein großer Theil der geognostischen Fragen, mit derenLösung sich unser Zeitalter beschäftigt, wurden durch einenMann von den umfassendsten Kenntnissen, den großendänischen Anatomen Nicolaus Steno (Stenson), welchen derGroßherzog von Toscana Ferdinand II in seine Diensteberief, durch einen anderen (englischen) Arzt, Martin Lister,und den „würdigen Nebenbuhler^ Newton's", Robert Hooke,angeregt. Von Steno's Verdiensten um die Positious-oder Lagerungs-Geognosie habe ich umständlicher in