Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
387
Einzelbild herunterladen
 

387

(Sauerstoffgas ausstoßender) Salpeter auf Kohle gestrcuctwird, und das sogenannte Auswittern des Salpeters an Thon-wänden im Contact mit der Atmosphäre scheinen diese Meinunggleichzeitig begünstigt zu haben. Die salpetrigen Partikelnder Luft bedingen, nach Mayow, das Athmen der Thiers,dessen Folge die Hervorbringung thierischer Wärme undEntschwärzung des BluteS ist, sie bedingen alle Verbren-nungsprocesse und die Verkalkung der Metalle; sie spielenohngefähr die Rolle deö Sauerstoffs in der antiphlogi-stischen Chemie. Der vorsichtig zweifelnde Robert Boyleerkannte zwar, daß die Anwesenheit eines gewissen Be-standtheilS der atmosphärischen Luft zum Verbrennungs-processe nothwendig sei; aber er blieb ungewiß über diesalpetrige Natur desselben.

Der Sauerstoff war für Hooke und Mayow ein ideellerGegenstand, eine Fiction der Gedankenwelt. Als Gas sahden Sauerstoff zuerst der scharfsinnige Chemiker und Pflanzen-physiolog Hales aus dem Blei, das er zu Mennige verkalkte,bei starker Hitze in großer Menge (1727) entweichen. Er sah dasEntweichen, ohne die Natur der Luftart zu untersuchen oder daslebhafte Brennen der Flamme in derselben zu bemerken. HaleSahndete nicht die Wichtigkeit der Substanz, die er bereitethatte. Die lebhafte Lichtentwickelung brennender Körperim Sauerstoffgas und die Eigenschaften desselben wurden,wie Viele behaupten, ganz unabhängig^, von Priestley(1772 1774), von Scheele (1774 und 1775), und vonLavoisier und Trudaine (1775) entdeckt.

Die Anfänge der pneumatischen Chemie sind indiesen Blättern, ihrem historischen Zusammenhange nach,berührt worden, weil sie, wie die schwachen Anfänge deö