Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
321
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mächtige Reiche zu theilen, ohne es zu wissen, gleichzeitigwesentliche Dienste der astronomischen Nautik und der phy-sikalischen Lehre vom Erdmagnetismus. Auch wurden dieSeemächte von da an mit einer Unzahl unausführbarerVorschläge bedrängt. Sebastian Cabot (so berichtet seinFreund Richard Eden) rühmte sich noch auf seinem Sterbe-bette, daß ihmdurch göttliche Offenbarung eineuntrügliche Methode mitgetheilt worden sei die geographischeLänge zu finden". Diese Offenbarung war der feste Glaubean die mit den Meridianen sich regelmäßig und schnell ver-ändernde magnetische Abweichung. Der Cosmograph Alvnsode Santa Cruz, einer der Lehrer des Kaisers Carls V,unternahm es die erste allgemeine Variations-Cartc ^zu entwerfen: schon um das Jahr 1530, also anderthalbJahrhunderte vor Halley, freilich nach sehr unvollständigenBeobachtungen.

Von dem Fortschreiten, d. h. der Bewegung dermagnetischen Linien, deren Kenntniß man gewöhnlich demGassendi zuschreibt, hatte selbst William Gilbert noch keineAhndung, während früher Acosta,durch portugiesischeSeefahrer unterrichtet", auf dem ganzen Erdboden vierLinien ohne Abweichung annahm^. Kaum war in Eng-land durch Robert Norman 1576 die Jnclinations-Boussoleerfunden, so rühmte sich Gilbert mittelst dieses Instrumentsin dunkler, sternloser Nacht ssörs calißinoso) den Ort desSchiffes zu bestimmen^. Ich habe, auf eigene Beobachtungenin der Südsee gestützt, gleich nach meiner Rückkehr nachEuropa gezeigt, wie unter gewissen Localverhältnissen, z. B.an den Küsten von Peru in der Jahreszeit der beständigenNebel s^arus), aus der Jnclination die Breite mit einer

A, v, Humboldt. Kosmos, II, 21