272
Bedürfnisse einzusammeln. Auf der Rückreise von Marklandwurde das Schiff vom Sturme verschlagen und mußte inStraumfjörd im Westen von Island landen. Dies ist dieletzte Nachricht von dem no rmänn isch en Amerika, welcheuns alt-scandinavische Quellenschriften aufbewahrt haben.^
Wir sind bisher sorgfältig auf historischem Boden ge-blieben. Durch die kritischen, nicht genug zu lobenden Be-mühungen von Christian Rafn und der königlichen Gesellschaftfür nordische Alterthumskunde in Kopenhagen sind die Sagasund Urkunden über die Fahrten der Normänner nachHelluland (Neufundland), nach Markland (der Mündungdes St. Lorenz-Flusses mit Nova Scotia) und nach Winland(Massachusetts) einzeln abgedruckt und befriedigend commentirtworden.^ Die Länge der Fahrt, die Richtung, in der mangesegelt, die Zeit des Aufganges und Unterganges derSonne sind genau angegeben.
Geringere Gewißheit gewähren noch die Spuren, dieman von einer früheren irischen Entdeckung von Amerika,vor dem Jahre 1000, glaubt gefunden zu haben. Die Skrä-linger erzählten den in Winland angesiedelten Normännern!weiter in Süden jenseit der Chesapeak-Bai wohnten „weißeMenschen, die in langen weißen Kleidern einhergingen,Stangen, an welche Tücher geheftet seien, vor sich hertrügen und mit lauter Stimme riefen." Diese Erzählungwurde von den christlichen Normännern auf Processionengedeutet, in denen man Fahnen trug und sang. In denältesten Sagas, in den geschichtlichen Erzählungen vonThorfinn Karlsesne und dem isländischen lllanclnama-Buche sind diese südlichen Küsten zwischen Virginien undFlorida durch den Namen des Weißmännerlandes