Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

251

deS allgemeinen Naturwissens, welche in dem großen Werkefast ungeordnet vertheilt liegen.Der Weg, den ich wan-deln werde", sagt Plinius mit edler Zuversicht zu sich selbst,ist unbetreten fnon trita imotvrillrm via); keiner unteruns, keiner unter den Griechen hat unternommen, einer,das Ganze ( der Natur) zu behandeln (nemo apucl draeoo»gui unus omnia lraotaverit). Wenn mein Unternehmenmir nicht gelingt, so ist es doch etwas schönes und glän-zendes fpulelirum atguö inagnilicuin) dergleichen versucht zuhaben."

Es schwebte dem geistreichen Manne ein einiges großesBild vor; aber, durch Einzelheiten zerstreut, bei mangelnderlebendiger Selbstanschauung der Natur, hat er dies Bild nichtfestzuhalten gewußt. Die Ausführung ist unvollkommengeblieben: nicht etwa bloß wegen der Flüchtigkeit und oft-maligen Unkenntniß der zu behandelnden Gegenstände (wirurtheilen nach den ercerpirten Werken, welche uns nochheute zugänglich sind) als wegen der Fehler in der Anord-nung. Man erkennt in dem Verfasser einen vielbeschäftig-ten vornehmen Mann, der sich gern seiner Schlaflosigkeitund nächtlichen Arbeit rühmte, aber als Statthalter inSpanien und Oberaufseher der Flotte in Unteritalien gewißnur zu oft seinen wenig gebildeten Untergebenen das lockereGewebe einer endlosen Compilation anvertraute. DiesStreben nach Compilation, d. h. nach mühevollem Sam-meln einzelner Beobachtungen und Thatsachen, wie sie dasdamalige Wissen liefern konnte, ist an sich keinesweges zutadeln; das unvollkommene Gelingen des Unternehmens lagin der Unfähigkeit den eingesammelten Stoff zu beherrschen,das Naturbeschreibende höheren, allgemeineren Ansichten