Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
209
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Alerandrien, d. i. den Versuch des Eratosthenes den Umsang der Erde annäherungsweise zu bestimmen. Es ist nichtdas erlangte Resultat, auf unvollkommene Angaben vonBematisten gegründet, welches unser Interesse erregt; esist das Streben sich von dem engen Räume des heimath-lichen Landes zu der Kenntniß der Große des Erdballszu erheben.

Ein ähnliches Streben nach Verallgemeinerung derAnsichten bezeichnet in dem Zeitalter der Ptolemäer dieglänzenden Fortschritte einer wissenschaftlichen Kenntnißder Himmelsräume. Ich erinnere hier an die Bestimmung -der Firsternörter der frühesten alerandrinischen AstronomenAristyllus und Timochares; an Aristarch von Samos, denZeitgenossen des Kleantheö, welcher, mit alt-pythagoreischenAnsichten vertraut, die räumliche Construction des ganzenWeltgebäudeö zu ergründen wagte, den unermeßlichen Ab-stand des Firsternhimmcls von unserem kleinen Planeten-systeme zuerst erkannte, ja die zwiefache Bewegung der Erdeum ihre Achse und fortschreitend um die Centralsonne muth-maßte; an den Seleucus auS Erythrä (oder aus Babylon^),der ein Jahrhundert später die, noch wenig Anklang findendetkopernicanische) Meinung des Samiers zu begründen suchte;an Hipparch, den Schöpfer der wissenschaftlichen Astronomie,den größten selbstbeobachtenden Astronomen deS ganzen Alter-thums. Hipparch war unter den Griechen der eigentlicheUrheber astronomischer Tafeln^, der Entdecker des Vor-rückens der Nachtgleichen. Seine eigenenFirsternbeobachtungen(zu Rhodns, nicht zu Alerandria, angestellt), als er sie mitdenen des Timocharcs und Aristyllus verglichen, leitetenihn (wahrscheinlich ohne ^ das Auflodern eines neue»

A, v, Humboldt, Kosmos, II I l