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Der Mathematiker und Astronom Eratosthenes vonCyrene, der berühmteste in der Reihe der alerandrini-schen Bibliothekare, benutzte die Schätze, welche ihm ge-öffnet standen, um sie zu einer systematischen Uni-versal-Geographie zu verarbeiten. Er reinigte dieErdbeschreibung von den mythischen Sagen. Selbst mitChronologie und Geschichte beschäftigt, trennte er dochdie Erdbeschreibung von den geschichtlichen Einmischungen,welche dieselbe früher nicht ohne Anmuth belebten. Einenbefriedigenden Ersatz lieferten mathematische Betrachtungenüber die gegliederte Form und Ausdehnung der Conti-nente, geognostische Vermuthungen über den Zusammen-hang der Bergketten, die Wirkung der Strömungenund die vormalige Wasserbedeckung von Ländern, welchejetzt noch alle Spuren des trockenen Meeresbodens an sichtragen. Der oceanischen Schleusen-Theorie deö Stratovon Lampsacus günstig, leitete der Glaube an das einstigeAnschwellen des Pontus, an den Durchbruch der Darda-nellen und die dadurch veranlaßte Eröffnung der Hercules-Säulen den alerandrinischen Bibliothekar auf die wichtigeUntersuchung des Problems von der Gleichheit des Niveau's
aller äußeren die kontinente umfließ enden Mecre^.
Wie glücklich er in Verallgemeinerung der Ansichten war,bezeugt ferner seine Behauptung, daß der ganze kontinent vonAsien in dem Parallel von Rhodus (in dem Diaphragmades Dicäarchus) von einer zusammenhangenden west-östlichstreichenden Bergkette durchschnitten sei.
Ein reger Wunsch nach Allgemeinheit der Ansichten,Folge der geistigen Bewegung jener Zeit, veranlaßte auchdie erste (hellenische) Gradmessung zwischen Syene und