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sichrere Deutung derselben sich der Blick Des Geschichtsfor-schers täglich erweitert, daß schichtweise sich ein höheresAlterthum unseren Augen zu offenbaren beginnt. Nebenden Culturvölkern des Mittelalters, die wir oben ausgeführt,zeigen noch manche andere Stamme Spureil alter Bildung: inVorder-Asten die Phrygier und Lycier, im äußersten Westen dieTurdulerund Turdetaner-i-'. Von diesen sagt Strabo: „sie sinddie gebildetsten aller Iberer, bedienen sich der Schreibkunst undhaben Schriftbücher alter Dcnkzeit, auch Gedichte und Ge-setze in Versmaaß, denen sie ein Alter von sechstausendJahren beilegen." Ich habe bei diesem einzelnen Beispieleverweilt, um daran zu erinnern, wie vieles von einer altenCultur selbst bei europäischeil Nationen für uns spurlosverschwunden ist , wie die Geschichte der frühesten Welt-anschauung auf einen engen Kreis beschränkt bleibt.
Ueber den 48sten Breitengrad hinaus, nördlich vomasowschen und easpischen Meere, zwischen dem Don, dernahen Wolga und dem Jaik, wo dieser dem goldreichensüdlichen Ural entquillt, sind Europa und Asien durch flacheSteppenländer wie in einander verflossen. Auch betrachtetHerodot wie schon Pherecydes von Shros das ganze nörd-liche scpthische Asien (Sibirien) als zum sarmatischen Europagehörig, ja als Europa selbst. Gegen Süden ist unserErdtheil von Asien scharf getrennt; aber die weit vorge-streckte kleinasiatische Halbinsel wie der sormreiche Archipe-lagus des ägäischen Meeres (gleichsam eine Völkerbrückezwischen zwei Welttheilen) haben den Menschenstämmen,den Sprachen und der Gesittung leichten Ucbergang gewährt.Vorder-Asien ist seit der frühesten Zeit die große Heerstraßevon Osten her einwandernder Völker gewesen, wie der