144
Hülfsmittel der sich allmälig entwickelnden Lehre vom Kosmossind demnach sehr verschiedener Art: Erforschung des Sprach-baues, Entzifferung alter Schriftzüge und historischer Monu-mente in Hieroglyphen und Keilschrift, Vervollkommnung derMathematik, besonders des mächtigen, Erdgestalt, Meeresfluthund Himmelsräume beherrschenden analytischen Calculs. Zudiesen Hülfsmitteln gesellen sich endlich die m ateriellen Er-findungen, welche uns gleichsam neue Organe schaffen , dieSchärfe der Sinne erhöhen, ja den Menschen in einen näherenVerkehr mit den irdischen Kräften wie mit den fernen Welt-räumen setzen. Um hier nur diejenigen Instrumente zu er-wähnen, welche große Epochen der Kulturgeschichte bezeich-nen, nennen wir das Fernrohr und dessen leider zu späteVerbindung mit Meßinstrumenten; das zusammengesetzte Mi-croscop, welches uns Mittel verschafft den Entwickelungszu-ständen des Organischen („der gestaltenden Thätigkeit als demGrunde des Werdens", wie Aristoteles schön sagt) zu folgen;die Boussole und die verschiedenen Vorrichtungen zur Ergrün-dung des Erdmagnetismus, den Gebrauch des Pendels zumZeitmaaßc, das Barometer, den Wärmemesser, hygrometrischeund electrometrische Apparate, das Pokariscop in Anwen-dung auf farbige Polarisations-Phänomene im Licht derGestirne oder im erleuchteten Luftkreise.
Die Geschichte der physischen Weltanschauung,gegründet, wie wir eben entwickelt haben, auf denkendeBetrachtung der Naturerscheinungen, auf eine Verkettunggroßer Begebenheiten, auf Erfindungen, welche den Kreiö sinn-licher Wahrnehmung erweitern, soll aber hier in ihren Haupt-zügen nur fragmentarisch und übersichtlich dargestellt werden.Ich schmeichle mir mit der Hoffnung, daß die Kürze dieser