Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
143
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keine Tradition hinaufreicht. Das vergleichende Sprach-studium zeigt, wie durch große Länderstrecken getrennteVölkerstämme mit einander verwandt und aus einem gemein-schaftlichen Ursitze ausgezogen sind; es offenbart den Wegund die Richtung alter Wanderungen; es erkennt, den Ent-wickelungsmomenten nachspürend, in der mehr oder minderveränderten Sprachgestaltung, in der Permanenz gewisserFormen oder in der bereits fortgeschrittenen Zertrümmerungund Auslösung des Formensystems, welcher Volksstammder einst im gemeinsamen Wohnsitze üblichen, gemeinsa-men Sprache näher geblieben ist. Zu dieser Art der Unter-suchungen über die ersten alterthümlichen Sprachzustände,in denen das Menschengeschlecht im eigentlichsten Sinne desWorts als ein lebendiges Naturganze betrachtet wird, giebtdie lange Kette der indogermanischen Sprachen, vom Gangesbis zum iberischen Westende von Europa, von Sicilien biszum Nordcap, vielfachen Anlaß. Dieselbe historische Sprach-vergleichung leitet auch aus das Vaterland gewisser Erzeug-nisse, welche seit den ältesten Zeiten wichtige Gegenständedes Tauschhandels gewesen sind. Die Sanskritnamen ächtindischer Producte, die von Reiß, Baumwolle, Narde undZucker, finden wir in die griechische und theilweise sogarin die semitischen Sprachen übergegangen. ^

Nach den hier angedeuteten und durch Beispiele erläutertenBetrachtungen erscheint die vergleichende Sprachkunde als einwichtiges rationelles Hülfsmittel, um durch wissenschaftliche,ächt philologische Untersuchungen zu einer Verallgemeinerungder Ansichten über die Verwandtschaft des Menschengeschlechtsund seine muthmaßlich von mehreren Punkten ausgehendenVerbreitungsstrahlen zu gelangen. Die rationellen