99
Pferdewciden, veranlaßte sich von dem geraden Wege zuentfernen. Die Parkanlagen der persischen Könige warenmit Cypressen geschmückt, deren obeliskenartige Gestalt anFeuerflammen erinnerte und die deshalb nach der Erscheinungdes Zerduscht (Zoroaster) zuerst von Guschtasp um das Hcilig-thum der Feuertempel gepflanzt wurden. So leitete die Baum-form selbst auf die Mythe von dem Ursprünge der Cypresse ausdem Paradiese.^ Die asiatischen irdischen Paradiese
hatten schon früh einen Ruf in den westlichen Ländern;^ja der Baumdienst steigt bei den Jraniern bis zu den Vor-schriften des Hom, des im Zend-Avesta angerufenen Verkündersdes alten Gesetzes, hinauf. Man kennt aus Herodot die Freude,welche Xerres noch an der großen Platane in Lydien hattedie er mit goldenem Schmuck beschenkte und der er in derPerson eines der „zehntausend Unsterblichen" einen eigenenWächter gab. Die uralte Verehrung der Bäume hing,wegen des erquickenden und feuchten Schattens eines Laub-daches, mit dem Dienste der heiligen Quellen zusammen.
In einen solchen Kreis des ursprünglichen Naturdicnstesgehören bei den hellenischen Völkern der Ruf des wunder-großen Palmbaums auf Delos wie der einer alten Platanein Arcadien. Die Buddhisten auf Ceylon verehren den ko-lossalen indischen Feigenbaum (Banyane) von Annrahdepura.Es soll derselbe aus Zweigen des Urstammes entsprossen sein,unter welchem Buddha, als Bewohner des alten Magadha, inSeligkeit (Selbstverlöschung, nirrväna) versunken war.^ Sowie einzelne Bäume wegen ihrer schönen Gestalt ein Gegenstandder Heiligung waren, so wurden es Gruppen von Bäumenals Haine der Götter. Pausanias ist voll des Lobesvon einem Haine des Apollotempels zu Grynion in Aeolis^;