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wogend einander berühren. So groß ist der Reiz, dendie Wirklichkeit gewähren kann, wenn auch die Erin-nerung an die künstliche Treibhaus-Pflege wiederum störendeinwirkt. Vollkommenes Gedeihen und Freiheit sind unzer-trennliche Ideen auck in der Natur; und für den eifrigen,vielgereisten Botaniker haben die getrockneten Pflanzen einesHerbariums, wenn sie auf den Kordilleren von Südamerikaoder in den Ebenen Indiens gesammelt wurden, oft mehrWerth als der Anblick derselben Pflanzenart, wenn sieeinem europäischen Gewächshause entnommen ist. DieCultur verwischt etwas von dem ursprünglichen Natur-charakter: sie stört in der gefesselten Organisation die freieEntwicklung der Theile.
Die phystognomische Gestaltung der Gewächse und ihrecontrastirende Zusammenstellung ist aber nicht bloß einGegenstand des Naturstudiums oder ein Anregungsmittelzu demselben; die Aufmerksamkeit, welche man der Pflan-zenphysiognomik schenkt, ist auch von großer Wichtigkeitfür die Landschaft-Gärtnerei, d. h. für die Kunst eineGarten-Landschaft zu componiren. Ich widerstehe derVersuchung, in dieses, freilich sehr nahe gelegene Feldüberzuschweifen, und begnüge mich hier nur in Erinnerungzu bringen, daß, wie wir bereits in dem Anfange dieserAbhandlung Gelegenheit fanden die häufigeren Ausbrücheeines tiefen Naturgefühls bei den semitischen, indischen undiranischen Völkern zu preisen, so uns auch die Geschichte diefrühesten Parkanlagen im mittleren und südlichen Asien zeige.Semiramis hatte am Fuß des Berges Bagistanos Gärtenanlegen lassen, welche Diodor beschreibt ^ u,id deren RufAlerander, auf seinem Zuge von Kelonä nach den Nysäischcn