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und das periodische, langersehnte Wiedererwachen der Naturbeim ersten Wehen milder Frühlingslüfte. So wie in denMusaceen (Pisanggewächsen) die höchste Ausdehnung, so istin den Casuarinen und in den Nadelhölzern die höchsteZusammenziehung der Blattgefäße. Tannen, Thuja undCypressen bilden eine nordische Form, welche in den ebenenGegenden der Tropen sehr selten ist. Ihr ewig frisches Grünerheitert die öde Winterlandschaft; es verkündet gleichsamden nordischen Völkern, daß, wenn Schnee und Eis denBoden bedecken, das innere Leben der Pflanzen wie dasprometheische Feuer nie auf unserem Planeten erlischt.
Jede Vegetationszone hat außer den ihr eigenen Vor-zügen auch ihren eigenthümlichen Charakter, ruft andereEindrücke in uns hervor. Wer fühlt sich nicht, um anuns nahe vaterländische Pflanzenformen zu erinnern, an-ders gestimmt in dem dunklen Schatten der Buchen, ausHügeln, die mit einzelnen Tannen bekränzt sind, und aufder weiten Grasflur, wo der Wind in dem zitternden Laubeder Birken säuselt? So wie man an einzelnen organischenWesen eine bestimmte Physiognomie erkennt, wie beschrei-bende Botanik und Zoologie im engeren Sinne des WortsZergliederung der Thier- und Pflanzcnformen sind, so giebtes auch eine gewisse Naturphysiognvmie, welche jedemHimmelsstriche ausschließlich zukommt. WaS der Künstlermit den Ausdrücken: Schweizernatur, italiänischer Himmelbezeichnet, gründet sich auf das dunkle Gefühl eines tocalenNaturcharakters. Himmelsbläue, Wolkengestaltung, Duft,der auf der Ferne ruht, Saftfülle der Kräuter, Glanz desLaubes, Umriß der Berge sind die Elemente, welche denTotaleindruck einer Gegend bestimmen. Diesen auszufassen