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tungen und Gemüthsbewegung der Handelnden Landschaftund Natur, daß wir sie vor uns zu sehen glauben undin ihr zu leben scheinen. So leben wir in der Sommer-nacht im Walde, sehen wir in den letzten Scenen desKaufmann von Venedig den Mondschein, welcher einewarme Sommernacht erhellt, ohne daß beide geschildertwerden. Eine wirkliche Naturbeschreibung ist aber die derDover-Klippe im König Lear, wo der sich wahnsinnigstellende Edgar seinem blinden Vater Gloster, auf der Ebenegehend, vorbildet, sie erstiegen die Klippe. Schwindel-erregend ist die Schilderung des Blicks in die Tiefe vonoben hinab."
Wenn in Shakespeare innere Lebendigkeit der Gefühleund großartige Einfachheit der Sprache die Anschaulichkeitund den individuellen Naturausdruck so wundervoll beleben,so ist in Milton's erhabener Dichtung des verlornenParadieses, dem Wesen einer solchen Cvmposition nach, daöBeschreibende mehr prachtvoll als darstellend. Der ganzeNeichthum der Phantasie und der Sprache ist auf die Schil-derung der blühenden Natur des Paradieses ausgegossen)aber hier wie in Thomson's lieblichem Lehrgedichte derJahreszeiten hat die Schilderung der Vegetation nur inallgemeinen, unbestimmteren Umrissen entworfen werdenkönnen. Nach dem Urtheile tiefer Kenner der indischenDichtkunst individualisirt zwar Kalidasa's ähnliches indischesGedicht, Ritusanhara, das weit über anderthälbtausendJahre älter ist, die kräftige Tropennatur mit größerer Leben-digkeit; es entbehrt aber der Anmuth, welche in Thomson ausder den höheren Breiten eignen vielfacheren Scheidung derJahreszeiten, aus den Uebergängen des obstreichen Herbstes