Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
24
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zu Liternum hatte der ältere Scipio festungsartig mit Thür-men umgeben. Der Name eines Freundes des Augustus (Ma-tius) ist uns ausbewahrt, weil er, Zwang und Unnaturliebend, zuerst die Sitte des Beschneidens der Bäume auf-brachte, um sie nach architektonischen und plastischen Vor-bildern kunstmäßig umzuformen. Die Briefe des jüngerenPlinius liesern uns anmuthige Beschreibungen zweier^ sei-ner zahlreichen Villen (Laurentinum und Tuscum). Wennman auch in beiden der Baulichkeiten, von beschnittenemBurus umgeben, mehr zusammengedrängt findet, als nachunserm Naturgefühl zu wünschen wäre, so beweisen dochdiese Schilderungen, wie die Nachahmung des Thals vonTempe in der tiburtinischen Villa des Hadrian, daß, nebender Liebe zur Kunst, neben der ängstlichsten Sorgfalt fürBehaglichkeit durch Stellung der Landhäuser nach Verhält-niß zur Sonne und zu vorherrschenden Winden, auch Liebezu freiem Genuß der Natur den römischen Stadtbewohnernnicht fremd war. Mit Freude setzen wir hinzu, daß dieserGenuß auf den Landgütern des Plinius durch den widrigenAnblick des Sklavenelendes minder gestört war. Der reicheMann war nicht bloß einer der gelehrtesten seiner Zeit, erhatte auch, was im Alterthum wenigstens selten ausgedrücktist, rein menschliche Gefühle des Mitleids für die unfreienunteren Volksclassen. Auf den Villen des jüngeren Pliniusgab es keine Fesseln, der Sklave als Landbauer vererbtefrei, was er sich erworben.^

Von dem ewigen Schnee der Alpen, wenn sie sich amAbend oder am frühen Morgen röthen, von der Schönheitdes blauen Gletschereises, von der großartigen Natur derschweizerischen Landschaft ist keine Schilderung aus dem