Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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Einsamkeit und dem Landleben ergeben, gefühlvoll und dar-um einfach, aus eigener Quelle schöpften. Elegien^ müssenfreilich als Sittenbilder betrachtet werden, in welchen dieLandschaft den Hintergrund bildet; aber die Feldweihe unddie 6te Elegie des ersten BucheS lehren, was von Horazensund Messala's Freund wäre zu erwarten gewesen.

Lucanuö, der Enkel des Rhetors M. Annans Seneca,ist diesem freilich durch rednerischen Schmuck der Dictionnur zu sehr verwandt; doch finden wir bei ihm ein vor-treffliches und naturwahres Gemälde von der Zerstörungdes Druidenwaldeö^ an dem jetzt baumlosen Gestade vonMarseille. Die gefällten Eichenstämme erhalten sich schwe-bend an einander gelehnt; entblättert lassen sie den erstenLichtstrahl in das schauervolle, heilige Dunkel dringen.Wer lange in den Wäldern der Neuen Welt gelebt, fühlt,wie lebendig mit wenigen Zügen der Dichter die Ueppig-keit eines Baumwuchses schildert, dessen riesenmäßige Restenoch in einigen Torfmooren von Frankreich begraben lie-gen^. In dem didactischen Gedichte .-Lot na des LuciliusJunior, eines Freundes des L. Annäuö Seneca, sind aller-dings die Ausbruchserscheinungen eines Vulkans mit Wahr-heit geschildert; aber die Ausfassung ist ohne Individualität,mit viel minderer, als wir schon oben^ an dem ^Lotna,üialogus, des jungen Bembo gerühmt haben.

Als endlich die Dichtkunst in ihren großen und edel-sten Formen, wie erschöpft, dahinwelkte, seit der zweitenHälfte des 4ten Jahrhunderts, waren die poetischen Be-strebungen, vom Zauber schöpferischer Phantasie entblößt,auf die nüchternen Realitäten des Wissens und des Be-schreibet gerichtet. Eine gewisse rednerische Ausbildung