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Meeres, stört mich kein Mensch; und wenn ich mich frühMorgens in einem dichten und rauhen Wald verborgenhalte, verlasse ich denselben vor Abend nicht. Nächst mei-nem Atticuö ist mir nichts so lieb als die Einsamkeit; inihr Pflege ich meinen Verkehr mit den Wissenschaften, dochwird dieser oft durch Thränen unterbrochen. Ich kämpfe(als Vater) dagegen an, so viel ich es vermag, aber nochbin ich solch einem Kampfe nicht gewachsen." Man hatmehrfach bemerkt, daß in diesen Briefen und in denen desjüngeren Plinius Anklänge moderner Sentimentalität nichtzu verkennen seien. Ich finde darin nur Anklänge tieferGemüthlichkeit, die in jedem Zeitalter, bei jedem Volks-stamme aus dem schmerzlich beklommenen Busen emporsteigen.
Die Kenntniß der großen Dichterwerke des Virgil, desHoratius und des Tibullus ist mit der allgemeinen Ver-breitung der römischen Litteratur so innigst verwebt, daßes überflüssig wäre hier bei einzelnen Zeugnissen deS zartenund immer regen Naturgefühls, das einige dieser Werkebelebt, zu verweilen. In Virgils National-Epos konntenach der Natur dieser Dichtung die Beschreibung des Land-schaftlichen allerdings nur als Beiwerk erscheinen und einensehr kleinen Raum einnehmen. Individuelle Ausfassungbestimmter Localitäten^ bemerkt man nicht, wohl aber inmildem Farbenton ein inniges Verständniß der Natur. Woist das sanfte Spiel der Meereswogen, wo die Ruhe derNacht glücklicher beschrieben? Wie contrastircn mit diesenheiteren Bildern die kräftigen Darstellungen des einbrechen-den Ungewitters im ersten Buche vom Landbau, derMeerfahrt und Landung bei den Strophaden, des Felsen-sturzeS oder des flammensprühendcn Aetna's in der Aencis! ^