92 Zweiter Theil. Erster Abschnitt. Achtes Capitcl.
in der That gezogen worden sc!. Aus der Gleichung 47)kann man übrigens augenblicklich abnehmen, wie die Wahrschein-lichkeit einer Begebenheit durch spätere Zeugen immer mehr ver-mindert wird, indem offenbar die Bruchfactoren ,
u. s. w. stets kleiner werden, weil die Wcrthe vonI>2, u. s. w. mit der Zeit immer mehr abnehmen müssen.
F. 67. Das Zeugenaussagen muß natürlich, was die Wahr-scheinlichkeit desselben betrifft, alle Gerichte und Juristen über-haupt sehr interessiren. Freilich ist es uns öfters gar nicht mög-lich, auf solchen Wegen, wie die in den vorigen M angedeute-ten sind, zur Wahrheit selbst zu gelangen, weil außer andernNebendingen und Zufälligkeiten gerade die beiden Hauptelementeder Rechnung, nämlich die Wahrhaftigkeit und die Sicherheitder Zeugen meistenrheils unbekannt bleiben. Das soll jedoch nichtetwa abschrecken, die vorgetragenen Bestimmungsmethodcn aufmancherlei einfache Fälle anzuwenden, weil ja offenbar einerschwankenden auf bloßes subjcctives Gutdünken und zum Theilunrichtige Meinungen gegründeten Ansicht eine wenn auch nurgenäherte Kenntniß, unterstützt durch Rechnung, stets vorzuzie-hen ist. Ucbrigens steht dieses Capitel seinem Inhalte nach, wieman sieht, mit dem vorhergehenden in genauer Verbindung,indem die Gcrichtsurtheile unter andern auch mit von den Aus-sagen der Zeugen abhängen.
Achtes Capitel.
Bon der Ziehung von Kugeln aus Urnen.
§. 68. Wenn eine Urne x Kugeln enthält und man greiftin dieselbe auf's Geradcwohl; so wird die Probabilität einegerade Anzahl Kugeln zu ergreifen,
rv
2^—12^—1
M)>
und die Probabilität eine ungerade Anzahl Kugeln zu er-greifen, weil V; —1 —v,
St),
2^-1
ihre Summe