cxxx
Einleitung.
der Nordsee vermittelte. Seit dem Beginne des 18. Jahrhundertsnahm die Zahl der Fremden erheblich ab. Gerade aus jener Zeitsind wir über die Frequenz der Universität und die Gründe ihresSchwankens gut unterrichtet, da der Rektor im Verfolg des ReskriptsFriedrich Wilhelms I. vom 13. August 1716 gehalten war, jedesSemester Angaben über die Zahl der anwesenden Studenten und überdie Gründe eines Rückganges nach Berlin einzusenden, Im S. 1716waren 460, im W. 1716 415, im S. 1717 400, im W. 1717 414 Stu-denten anwesend. Alsdann erfolgte ein Rückgang. Im W. 1719zählte man nur 297 Studenten. Wohl stieg die Zahl in den nächstenSemestern wieder über 300, sank aber im S. 1722 wieder auf 252,hielt sich dann zwischen 250 und 300 und stieg im W. 1731 auf411, im W. 1732 auf 498 und erreichte sogar im W. 1735 die Höhevon 600 Studierenden. Über die Gründe des Niederganges um 1719unterrichten uns Rektor und Akademischer Senat in dem an denKönig gesandten Schreiben. Hier wird auf die Konkurrenz derPrivatinformatoren hingewiesen. Sie ziehen namentlich die Adeligenan sich, die sich infolgedessen nicht mehr immatrikulieren lassen.Auch ansteckende Krankheit, Kriegsunruhen und Teuerung derLebensmittel werden als Gründe für das Sinken der Frequenz ange-geben. Vor allem aber wird sie auf die gewaltsamen Werbungen zu-rückgeführt, die die Fremden davon abhielten, in Königsberg zu stu-dieren. „Es seynd“, so schreiben Rektor und Senat schon im Oktober17.16, 1 ) „die Studiosi insgesamt sehr intimidirt und in die grössesteFurcht gesetzt, auch unterschiedene bewogen, von hier auf andereUniversitaeten zu ziehen oder an ander Örter Sicherheit wegen sichaufzuhalten, da dann das Gerücht von den starken Werbungen undvon denen unter die milice genommenen Studiosis die Eltern theilsabgehalten, ihre Kinder an diesen Ort herzusenden, andere aber auchabgesehrecket, selbige zu beziehen.“ In anderen Schreiben an denKönig wird hervorgehoben, dass namentlich die Zahl der nicht demKönigreich Preussen entstammenden Studierenden in raschem Rück-gänge begriffen sei. So heisst es in dem Schreiben vom 21. Juli1722: 2 ) „Wann nun auf der . . . aufgezeichneter Studiosorum patriamund Zustand reflectiret wird, so befindet sich 1., dass daruntergar wenige und nicht über 3 oder 4 von Preussischen von Adel anzu-treffen, 2., dass keine ausländische von Adel ausser einigen wenigeLief)’- und Curländisehen, 3., dass keine Ausländische aussen Reich
1) Geh. Staatsarchiv in Berlin, Rep. 7. 187 vol. I.
2) Daselbst.