Vorbemerkung. 1 )
Während die Matrikeln der meisten deutschen Universi-täten längst durch den Druck der allgemeinen Benutzung zu-gänglich gemacht worden waren, harrte die der Universität Königs-berg noch der Veröffentlichung.
Die Matrikel der Königs berger Universität steht aber anBedeutung denen anderer Universitäten nicht nach. Die alt-preussische Hochschule wurde keineswegs allein von Landeskindernbesucht, zu deren Ausbildung im Dienste für Kirche, Staat undSchule ihr hochherziger Gründer sie ins Leben gerufen hatte,sondern übte auch auf die benachbarten baltischen Provinzen, aufLitauen, Polen und Russland wie auf die skandinavischen Ländereine starke Anziehungskraft aus. Zählt man die Namen derStudierenden, die aus jenen Gebieten sich der altpreussischenUniversität zuwandten, so gewinnt man ein Bild von der Stärkedes Kulturstromes, der sich von dem deutschen Boden am Pregelüber die Länder des Nordens und Ostens ergoss.
Nachhaltig und innig ist aber auch die Verbindung der Hoch-schule mit dem deutschen Mutterlande geblieben. Nicht blossentstammte ein grosser Teil ihrer Lehrer dem deutschen Reiche oderhatte seine akademischen Grade an einer der alten UniversitätenDeutschlands erworben, sondern sie wurde auch aus allen TeilenDeutschlands, zumal während des 30jährigen Krieges und gegenEnde des 18. Jahrhunderts, von lernbegierigen Jünglingen in über-raschend grosser Anzahl aufgesucht.
Nicht nur für die Geschichte der Universität selbst undfür die Kirchen-, Gelehrten- und Familiengeschichte Ostpreussensund der benachbarten Gebiete, sondern auch für die ganz Deutsch-lands ist daher die Matrikel der Königsberger Universität eineQuelle von grosser Wichtigkeit.
1) Wird später durch eine Einleitung zum ganzen Werke ersetztwerden und kann dann Wegfällen.